Vertrag von Fischer läuft aus – Ruhnert-Verlängerung in der Schwebe

Bildquelle: Fraktion DIE LINKE. im Bundestag - 10.05.2019 Lesen gegen das Vergessen [CC BY-SA 2.0], via Flickr.com (Bild bearbeitet)

Die fantastische Entwicklung, die der 1. FC Union Berlin nimmt, ist vor allem Trainer Urs Fischer und Geschäftsführer Sport Oliver Ruhnert zu verdanken. Beide Verträge laufen allerdings zum 30. Juni 2021 aus und sollen, wenn es nach dem Verein geht, schnellstmöglich verlängert werden.

Ob das so einfach ist, wie man es sich bei den Eisernen vorstellt, ist derzeit gar nicht klar. Erste Tendenzen gibt es jedoch. Bei beiden Personalien hängen die Entscheidungen auch ein Stück weit an ihrem privaten Umfeld.

Fischer führt Union Berlin in ruhige Gewässer

Union Berlin ohne den Schweizer ist für die meisten Unioner kaum vorstellbar und auch im Verein dürfte der Wunsch vorhanden sein, das Arbeitspapier frühzeitig zu verlängern. Kein Wunder, denn mit den Köpenickern packte der 54-jährige gebürtige Zürcher mit dem FCU in der Saison 2018/19 den historischen Aufstieg in die Bundesliga!

Seine Bilanz kann sich dabei sehen lassen, denn Fischer holte in 86 Spielen als Trainer satte 1,52 Punkte pro Spiel. Mit diesem Punkteschnitt liegt er im gesicherten Mittelfeld aller bisherigen Trainer des Klubs. An der Spitze thront im Übrigen Ex-Trainer Frank Pagelsdorf, der in 66 Spielen 2,56 Punkte im Schnitt holte. Es waren allerdings auch andere Zeiten. Mittlerweile ist man dabei, den Klub in der Beletage des deutschen Fußballs zu etablieren.

Entwicklung unter Urs Fischer geht weiter

Fischer genießt hohes Ansehen im Klub und hat die Kabine hinter sich. Zudem hat er das Team weiterentwickelt. Konnte man in der vergangenen Saison noch erkennen, dass sich die Mannschaft in brenzligen Defensivsituationen mit langen Bällen und oftmals auch mit Befreiungsschlägen aus der Umklammerung des Gegners befreite, so versucht das Team vermehrt die Situationen spielerisch zu lösen.

In der vergangenen Spielzeit hatte man zudem kaum etwas mit den Abstiegsrängen am Hut. Ein Erfolg, den sich Urs Fischer getrost auf die Fahne schreiben darf. Seine Taktik geht oftmals auf und seine Spieler haben das System schon früh verstanden. Diese Entwicklung ist noch nicht zu Ende!

Hartes Programm steht bevor

Vom Abstiegskandidaten Nummer 1 der letzten Saison, entwickelte sich der Klub stets weiter. Unter Urs Fischer schaffte man am vergangenen Spieltag zwischenzeitlich sogar den Sprung auf Platz 2 der Tabelle. Auch wenn das Spiel gegen Eintracht Frankfurt mit 3:3 endete und man auf Platz 6 zurückfiel, so hat kaum jemand einen Zweifel, dass auch in dieser Spielzeit der Abstieg verhindert werden kann.

 

 

Union Berlin und Urs Fischer – das passt hervorragend. Nun steht am Freitag das Stadtderby gegen Hertha BSC an, danach trifft man auf den deutschen Rekordmeister FC Bayern München und am 12. Spieltag muss man beim starken Aufsteiger dem VfB Stuttgart ran. Die dicken Brocken kommen noch vor Weihnachten. Borussia Dortmund gastiert im Freitagsspiel des 18.12. an der Alten Försterei, ehe Werder Bremen, VfL Wolfsburg, Bayer Leverkusen und zum Abschluss der Hinrunde im Januar RB Leipzig folgt.

Verein will mit Fischer verlängern

Einige Pleiten dürften sicherlich eingeplant sein. Überraschungen wie das 3:1 aus der vergangenen Spielzeit gegen Borussia Dortmund nimmt man gerne mit. Eins ist ziemlich sicher: Urs Fischer sitzt auch bei einer Pleiten-Serie fest im Sattel.

Hinsichtlich einer Vertragsverlängerung mit dem Erfolgstrainer äußerte sich Oliver Ruhnert gegenüber dem „kicker“ wie folgt: „Wir haben die feste Absicht, die Zusammenarbeit fortzusetzen“. Ferner sagt er auch, dass „alle im Verein die Arbeit des Trainerteams um Urs Fischer total schätzen.“ Ein größeres Lob ist kaum noch möglich. Nun liegt es an den Parteien, eine Lösung zu finden, um die Zusammenarbeit fortzusetzen. Der Trainer hat sich noch nicht öffentlich zu seiner Zukunft in Köpenick geäußert.

Ruhnert im letzten Vertragsjahr

Seine Vertragsverlängerung könnte höchstens daran scheitern, wenn die Familie ihn gerne wieder in der Heimat begrüßen möchte. Auch ein Wechsel zu einem anderen Klub wäre rein theoretisch denkbar! Interessenten gäbe es wahrscheinlich ausreichend. Die Frage ist jetzt nur: was möchte der Schweizer gerne?

Diese Frage wird in den kommenden Wochen oder gar Monaten sicherlich erörtert werden, sodass auch eine Entscheidung zu erwarten ist. Eine Entscheidung, die auch bei Oliver Ruhnert anstehen dürfte, denn auch sein Arbeitspapier ist wohl bis zum 30. Juni 2021 datiert.

 

 

Oliver Ruhnert vor Absprung?

Beim Geschäftsführer Sport sieht die Sache scheinbar nicht so einfach aus, wie es sich die meisten Union-Fans vorstellen dürften. Im Interview mit dem „kicker“ wurde der 49-jährige auch zu seiner Zukunft bei den Berlinern befragt. Und seine Antwort lässt aufhorchen: „Ich fühle mich grundsätzlich hier sehr wohl. Von daher spricht für beide Seiten nicht zwingend etwas dafür, das zu beenden. Trotzdem gibt es eine Überlegung, wie lange ich von zu Hause wegbleibe und ob ich sage: Wir haben viel zusammen erreicht, aber jetzt mache ich vielleicht noch mal was anderes.

Oha, schwebt dem passionierten Schiedsrichter etwa ein Tapetenwechsel vor? So ganz klar selbstverständlich scheint eine Vertragsverlängerung über den Sommer hinaus also nicht. Seine Antwort lässt Platz für Spekulationen.

Fischer und Ruhnert – Ein Erfolgsduo

Das Erfolgsduo könnte gesprengt werden, wenn sich Oliver Ruhnert entscheiden sollte, seinen auslaufenden Vertrag nicht vorzeitig verlängern zu wollen. Aktuell ist also noch gar nicht raus, wie es mit Union Berlin und Ruhnert weitergehen wird.

Seit seinem Aufstieg im Mai 2018 vom Chefscout zum Geschäftsführer Sport konnte der gebürtige Arnsberger durch einige clevere Transfers zum Erfolg des Klubs entscheidend beitragen. Dabei zeigte Ruhnert immer wieder Fingerspitzengefühl, um auch mit limitierten Mitteln, passende Charaktere nach Köpenick zu lotsen.

Union Berlin auf Ruhnert angewiesen?

Es wäre der Worst Case aus Sicht des 1. FC Union Berlin, falls sich Ruhnert dazu entscheiden sollte, den Klub im Sommer zu verlassen! Der Verein wird sich sicherlich frühzeitig mit seinem Geschäftsführer Sport zusammensetzen, um die gemeinsame nahe Zukunft zu besprechen.

Für den Verein wäre ein Abgang Ruhnerts sicherlich ein harter Schlag, allerdings müsste man auch eine solche Entscheidung respektieren. Oliver Ruhnert kam im Sommer 2017 zu den Eisernen, nachdem er 9 Jahre in verschiedenen Positionen beim FC Schalke 04 verantwortlich war.


Saison 2020/2021

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