Alle Vereinspräsidenten Union Berlin

Dirk Zingler Präsident von Union Berlin

Bildquelle: Kajo Wasserhövel [CC BY-SA 2.0], via Flickr.com (Bild bearbeitet)

Als der 1. FC Union Berlin am 20. Januar 1966 gegründet wurde, konnte niemand ahnen, welche turbulenten Zeiten der Klub überstehen muss. Der damalige Klubvorsitzende Werner Otto hätte es auch nicht erahnen können, welche Zeiten der Verein durchmachen muss. Lange war er auch nicht Präsident der Eisernen, denn bereits etwas über einem Jahr nach Amtsantritt, musste er seinen Posten räumen.

Sein Nachfolger Heinz Müller war drei Jahre im Amt, ehe er 1970 von Paul Fettback ersetzt wurde. In den ersten Jahren war es, gemessen an den Turbulenzen der 1990er Jahren noch recht ruhig im Verein. Das änderte sich nach der Wende, als der Verein mehrfach den Aufstieg in den bezahlten Profifußball verpasste.

"Fünf Mark für Union" bis hin zu "Bluten für Union"

Der 1. FC Union Berlin lebte lange Zeit von seinen Fans und noch heute gehören sie zum Fundament des Vereins. Zahlreiche beispiellose Aktionen hatte der eiserne Anhang in den letzten Jahrzehnten auf die Beine gestellt, als es dem Verein wirtschaftlich nicht gut ging. Angefangen von der Aktion „Fünf Mark für Union“ bis hin zu „Bluten für Union“ haben die Fans den Verein immer wieder geholfen, nicht ganz in den Abgrund zu fallen.

Union Zeughaus

Trauriger Höhepunkt war eine gefälschte Bürgschaft, die dafür sorgte, dass man weiterhin in der Oberliga spielen musste. Herausgekommen ist alles, weil ein Mitarbeiter des Hauptsponsors der Köpenicker dem damaligen TeBe-Präsidenten Jack White eine brisante Mitteilung zusteckte. So geschehen in der Saison 1992/93!

Gefälschte Bankbürgschaft unter Präsident Kalweit

So berichtete er, dass Union Berlin in seinem Lizenzantrag eine gefälschte Bankbürgschaft beim DFB eingereicht hatte. Bis heute ist nicht klar, wer diese Person war und vor allem, wer die Bankbürgschaft schlussendlich fälschte. Der Aufstieg war futsch, denn Tennis Borussia Berlin wurde als Zweiter der Aufstiegsrunde zum Aufsteiger in die 2. Liga ernannt.

Doch damit nicht genug, denn mit Torwart Pieckenhagen und Jens Henschel warben die Borussen auch noch zwei Union-Spieler ab. Gerhart Kalweit ließen die Ereignisse nicht kalt und so trat der erste Präsident des 1. FC Union Berlin zurück. Dabei hinterließ er verbrannte Erde, denn der Klub hatte zu dieser Zeit nicht nur die Folgen der gefälschten Bankbürgschaft aufzuarbeiten, sondern auch noch einen riesigen Berg von Schulden. Insgesamt waren es rund 4 Millionen DM, die man nun loswerden musste.

Union Berlin galt als "unaufsteigbar"

Dreimal infolge wurde zudem die Lizenz für die höhere Spielklasse seitens des DFB verweigert. Union Berlin galt lange Zeit als „unaufsteigbar“. Dazu kam, dass Spieler wie Marko Rehmer, Sergej Barbarez oder auch Martin Pieckenhagen die Köpenicker verließen. Es sah nicht gut aus.

Es musste sich etwas ändern und so kamen die Fans ins Spiel, die mit verschiedenen Aktionen bundesweit für Aufsehen sorgten. Der Verein sollte vor dem finanziellen Ruin gerettet werden. So überlegt man sich in Köpenick, mit welchen Aktionen dies wohl möglich wäre. Oder zumindest, wie man dem Verein helfen könne, damit das erhalten bleibt, was man in Köpenick so sehr liebt.

 

 

Präsidium im Klinch - Demonstration am Brandenburger Tor

Auf der Präsidiumsebene gab es in den letzten Jahrzehnten nicht immer nur Sommer, Sonne und Sonnenschein, sondern eben auch ordentlichen Knatsch. Zwischen Februar 1997 und Januar 1998 sah man sich dem Konkurs sehr nahe. Das Präsidium war zerstritten, weil sich die Schulden auf rund 2,56 Millionen Euro anhäuften.

Nur durch die Fans, die mit der „Rettet-Union-Demonstration“ durchs Brandenburger Tor marschierten, konnte man die Aufmerksamkeit des Sportartikelherstellers Nike auf sich ziehen. Das weltweit bekannte Unternehmen schloss mit Union Berlin einen Sponsorenvertrag über 5 Jahre ab, wodurch die Insolvenz gerade noch abgewendet werden konnte.

Kölmel mit den rettenden Millionen - Bertram wird gefeiert

Auch der Deal mit Nike brachte auf lange Sicht gesehen keine wirtschaftliche Besserung. Im Januar 1998 kam die finanzielle Wende, als Michael Kölmel den Verein vor dem wirtschaftlichen Ruin rettete. Mit seiner Firma „Kinowelt“ pumpte er zunächst das dringend benötige Geld in den Verein. Auch er wurde erst durch die Demonstration auf den Verein aufmerksam. Ein Glücksfall für die Unioner, die sonst wahrscheinlich in den Niederrungen des Amateurfußballs abgerutscht wären.

So geschehen unter dem Präsidenten Heiner Bertram, der zunächst für Euphorie am Stadion An der Alten Försterei sorgte. Aber auch er hatte die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Zwar hatte er Kölmel als „Retter“ vorgestellt, sodass auch zahlreiche Verbindlichkeiten abgetragen werden konnten, aber die Nähe zum Eisernen Anhang ließ es nicht wirklich zu.

Kirch-Pleite - Einstieg von Dirk Zingler als Präsident

Mit der Pleite des Kirch-Imperiums sah sich auch Kölmel in finanziellen Schwierigkeiten. Wer sollte nun das Ruder herumreißen? Die Angst vor dem wirtschaftlichen Ruin war wieder entfacht worden. Für den Union Fan ist das nichts Neues, denn man kannte ja bereits aus den Jahren zuvor kaum eine andere Situation.

 

 

Aufstieg in die Bundesliga - Präsident Zingler am Ziel

Übergangsweise übernahm Jürgen Schlebrowski, der zuvor Nike vertrat, den Verein als Präsidenten. Bei Nike wurde er jedoch zuvor entlassen, ehe er das Präsidentschaftsamt von Union Berlin übernahm. Lange sollte er nicht an der Spitze des Vereins verweilen. Nach 8 Monaten war Schluss für ihn. Dirk Zingler übernahm das Amt am 1. Juli 2004 und führte den Verein raus aus den Turbulenzen.

Mit den richtigen Leuten an seiner Seite, den Fans zugewandt und mit Feuereifer konnte er das Ruder herumreißen und den Verein in ruhigere Gewässer führen. Mittlerweile ist er der dienstälteste Präsident des Vereins und so schnell dürfte man ihn auch nicht verabschieden. Unter ihm gelang es, den ersten Aufstieg in die Bundesliga zu vollziehen. In der Saison 2019/20 wird der 1. FC Union Berlin zum ersten Mal in der Bundesliga antreten.

Alle Präsidenten von Union Berlin in der Übersicht

Die Erfolgsgeschichte geht also weiter und trotzdem stünde der Verein nicht dort, wo er heute steht, wenn seine Vorgänger nicht im Amt gewesen wären. Damit Ihr wisst, wer als Klubvorsitzender bzw. als Präsident den Verein geführt hatte, haben wir eine kleine Übersicht aller Union Berlin Präsidenten auf die Beine gestellt!

 

Amtszeit Name
20.06.1966 – 31.07.1966 Werner Otto
01.08.1967 – 31.07.1970 Heinz Müller
01.08.1970 – 31.10.1973 Paul Fettback
01.11.1973 – 25.11.1975 Heinz Hillert
26.11.1975 – 01.03.1982 Günter Mielis
02.03.1982 – 31.10.1983 Dr. Norbert Woick
01.11.1983 – 20.12.1984 Klaus Brumm
21.12.1984 – 03.11.1987 Uwe Piontek
04.11.1987 – 05.06.1990 Hans-Günther Hänsel
06.06.1990 – 31.07.1993 Gerhart Kalweit
17.08.1993 – 31.07.1994 Detlef Bracht
14.11.1994 – 30.09.1997 Horst Kahstein
07.10.1997 – 12.10.2003 Heiner Bertram
13.10.2003 – 30.06.2004 Jürgen Schlebrowski
01.07.2004 - heute Dirk Zingler

 

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