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Union Berlin Kaderplanung – Welche Baustellen müssen geschlossen werden?

Kaderplanung bei Union Berlin

Bildquelle: Asanka Schneider [], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Nach dem erstmaligen Aufstieg in die Bundesliga feierten der gesamte Verein und Köpenick dieses historische Ereignis. Dennoch haben die Verantwortlichen, allen voran der Geschäftsführer Sport Oliver Ruhnert nicht vergessen, dass die Arbeit nun richtig losgehen wird. Bis zum Saisonstart am 16. August 2019 müssen noch einige Dinge bezüglich des Kaders der Eisernen in Angriff genommen werden.

Dabei wird der Union Fan allerdings wohl kaum einen echten Kracher zu Gesicht bekommen. Wie denn auch, wenn das Geld dennoch knapp ist? Auf Fanseite wird man das schon vorher gewusst haben und so dürfte es im Fall der Fälle auch keine Enttäuschungen zu erleben sein. Aktiv wurde man dennoch auf dem Transfermarkt, obwohl das Transferfenster erst zum 1. Juli 2019 öffnen wird.

Fünf Neuzugänge stehen 6 Abgängen gegenüber

Oliver Ruhnert hat aber schon den einen oder anderen Spieler für die kommende Spielzeit verpflichten können. Es ging Schlag auf Schlag zu. Fünf Neuzugängen stehen zunächst sechs Abgängen gegenüber. Bei weiteren Spielern ist die Situation noch nicht ganz klar, ob sie denn auch in der Premierensaison für den 1. FC Union Berlin in der Bundesliga antreten werden.

Marvin Friedrich wurde vom FC Augsburg per Rückkaufklausel für rund 1 Million Euro zurückgeholt. Ihn würde der Aufsteiger gerne behalten, denn der 23-jährige Innenverteidiger machte seine Sache mehr als gut. So stand er in allen Spielen, ganz gleich, ob 2. Liga, Relegation oder im DFB-Pokal über 90 Minuten auf dem Platz. Der Aufstiegsheld soll, wenn es finanziell möglich ist, einen längerfristigen Vertrag bei den Köpenickern unterschreiben.

Friedrich auch nächste Saison ein Unioner?

Die Gespräche laufen im Hintergrund. Der FC Augsburg hat natürlich die Entwicklung von Friedrich genau beobachtet und wäre nun sogar einer für die eigene Abwehrzentrale. Der Spieler selbst würde nur allzu gerne weiterhin in der Alten Försterei auflaufen. Es kommt auf das Verhandlungsgeschick von Oliver Ruhnert an, der für Marvin Friedrich recht tief in die Tasche greifen muss.

Im Raum steht eine Ablöse zwischen 3 bis 5 Millionen Euro. Viel Geld für die Berliner, die allerdings auch erhebliche Mehreinnahmen durch den Bundesligaaufstieg zu verzeichnen haben. Ein weiterer Spieler, den man wohl weiterhin gerne im Trikot der Eisernen sehen möchte, ist Robert Zulj.

Zulj sollte gehalten werden – Keine Perspektive für Mané

Der 27-jährige kommt zwar nicht an die Einsatzzeiten eines Marvin Friedrichs heran, allerdings setzte ihn Trainer Urs Fischer zum Ende der Rückrunde vermehrt über 90 Minuten ein. So absolvierte er 5 Ligapartien über die volle Distanz. Und auch in den beiden Relegationsspielen durfte er jeweils 90 Minuten ran. Gut möglich also, dass der Robert Zulj, der auch im Sturmzentrum und als hängende Spitze aufgeboten werden könnte, demnächst zum Kader der Unioner stoßen wird.

 

 

Carlos Mané dürfte den Klub mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit verlassen. Die Kaufoption in Höhe von 5 Millionen Euro wird man nicht ziehen. Auch wenn Sporting Lissabon diese herunterschrauben würde, dürfte ein Transfer den Fans gegenüber nur schwer vermittelbar sein. Seine gezeigten Leistungen reichten nicht aus, um einen Wechsel nach Köpenick zu rechtfertigen.

Schmiedebach & Abdullahi bleiben – Trio bereits verabschiedet

Bei Fabian Schönheim, Marc Torrejón und Eroll Zejnullahu ist die Sache auch klar. Alle drei Spieler wurden auf der Aufstiegsfeier im heimischen Stadion verabschiedet. Sie verlassen definitiv den Klub. Wo das Trio ihre Karrieren fortsetzen, ist derzeitig noch nicht bekannt. Auf jeden Fall bleiben sie in Erinnerung – Fußballgötter eben!

Suleiman Abdullahi bleibt den Eisernen erhalten. Das hatte man bereits vor dem Saisonende bereits erahnen können, zumal er bei Eintracht Braunschweig keine Arbeitserlaubnis erhalten hätte, da die Löwen in der 3. Liga spielen werden. Manuel Schmiedebach wird bekanntlich ablösefrei im Sommer dann fest zu Union Berlin wechseln.

Ex-Herthaner Kade mit Perspektiven – Flecker für die rechte Seite

Mit Julius Kade hat man ein junges Talent von Hertha BSC an Land ziehen können. Der 20-jährige Mittelfeldspieler wird sich erstmal hinten anstellen dürfen, aber sicherlich seine Chancen unter Urs Fischer erhalten. Diese gilt es dann zu nutzen, um seinen Mitspielern, allen voran den Mittelfeldspielern Dampf zu machen.

Mit Florian Flecker, der ablösefrei vom TSV Hartberg nach Köpenick wechselt, hat man jemanden für die rechte Seite geholt. Der 23-jährige will bei Union Berlin den nächsten Schritt in seiner Karriere unternehmen. Geholt hat man zudem auch Moritz Nicolas. Das 21-jährige Torart-Talent von Borussia Mönchengladbach wurde für 2 Jahre ausgeliehen und soll Spielpraxis sammeln. Inwieweit dies möglich ist, bleibt fraglich.

Ingvartsen neu in Köpenick - Verlässt Busk den Klub?

Torwart Rafal Gikiewicz gilt als gesetzt, sodass es für Moritz Nicolas schwer werden dürfte, in der Bundesliga auf seine ersehnten Einsätze zu kommen. Zudem hat man noch Jakob Busk und Lennart Moser in seinen Reihen. Busk hingegen könnte Union Berlin im Sommer verlassen. Hier wäre der Verein bereit, den Dänen gehen zu lassen, wenn er sich einem anderen Klub anschließen möchte.

Ein weiterer Spieler, der zu den Eisernen stößt, ist Marcus Ingvartsen, der vergangene Woche noch bei Hertha BSC im Gespräch gewesen sein soll. Der 23-jährige kann im Sturmzentrum oder auch hinter den Spitzen agieren. Aktuell ist er mit Dänemark bei der U21-EM, wo er sein Team als Kapitän aufs Feld führen wird.

Transfer von Polter oder Andersson wäre schwer zu erklären

Nun hat Union Berlin aber ein Luxusproblem im Angriff zu verzeichnen, denn mit Sebastian Polter und Sebastian Andersson hat man zwei weitere Mittelstürmer in seinen eigenen Reihen. Eigentlich wäre das ein Stürmer zu viel, sodass man sich um die Konsequenzen Gedanken machen muss. Was passiert mit Polter oder Andersson? Polter gilt als absoluter Publikumsliebling sowie Identifikationsfigur des Klubs und ein Weggang wäre für viele Unioner sicherlich nur schwer zu begreifen.

Andersson hat mit seinen Leistungen während, aber auch vor allem in den beiden Relegationsspielen gezeigt, wie wichtig er für das Team ist. Er könnte nach unserer Meinung zufolge sogar die Nase vorn haben, was den Platz im Sturm betrifft. Für den 27-jährigen Schweden soll es Interessenten geben, die ihn aus Berlin-Köpenick weglocken wollen. Wäre dies der Fall und Union Berlin würde seinen Stürmer verkaufen, so dürfte sich der Klub auf einen geringen Millionenregen freuen.

Polter und Andersson – Verträge bis 2020 gültig

Ebenso sieht es bei Sebastian Polter aus, der wie Sebastian Andersson nur noch ein Jahr Vertrag hat. Es bleibt also spannend, welcher Dominoeffekt durch den Transfer von Ingvartsen ausgelöst werden könnte. Überraschend wäre es, wenn der baldige Bundesligist mit allen drei Angreifern in die Saison starten würde. Denkbar wäre es dennoch!

 

 

Es ist halt ein zweischneidiges Schwert, was mit dem Tanz auf dem Drahtseil zu vergleichen wäre. Sollten die drei Angreifer von Verletzungen verschont bleiben, so läuft der Klub Gefahr, dass sich eine gewisse Unzufriedenheit breitmachen könnte. Die Frage ist halt, nimmt man das Risiko in Kauf oder geht man mit zwei Mittelstürmern in die neue Saison?

Felix Kroos vor dem Absprung bei Union Berlin?

Über welche Position müsste sich Oliver Ruhnert Gedanken machen? Ganz klar betrifft es Felix Kroos, dessen Vertrag in gut zwei Wochen ausläuft. Bisher wurde eine Vertragsverlängerung nicht bekannt gegeben. Die Zeichen stehen auf Abschied, was nicht verwundern dürfte. Er gilt zwar als Sympathieträger, konnte aber unter Urs Fischer dem Spiel nicht seinen Stempel aufdrücken. Leider zeigte er zu selten, was er eigentlich kann.

Hier müsste der Verein reagieren, denn es fehlt ein klassischer Spielmacher in den Reihen der Unioner. Wer kommt dafür infrage? Den Wahnsinn mit den Ablösesummen kann und wird Union Berlin nicht mitmachen können. Der Verein muss sich also nach recht kostengünstigen Optionen umschauen, um zum Saisonstart nicht ohne Spielmacher dazustehen.

Spielmacher dringend gesucht - Oliver Ruhnert bitte übernehmen Sie

Dies dürfte wohl die interessanteste und schwierigste Aufgabe von Oliver Ruhnert darstellen. Fakt ist: Ein Spielmacher wird dringend benötigt, der im Mittelfeld die Bälle fordert und verteilen kann. Kroos ist leider nur bedingt bundesligatauglich. Die Vereinsbrille muss man in diesem Fall absetzen, denn wenn man ehrlich ist, hat er sich in den letzten Jahren nicht kontinuierlich weiterentwickelt.

Überrascht er uns dennoch und wird der auslaufende Vertrag doch noch verlängert? Viel Zeit bleibt nicht mehr. Spätestens zum Monatsende werden wir wissen, ob Kroos bleibt oder nicht. Ein neuer Spielmacher sollte auch im Falle der Vertragsverlängerung verpflichtet werden. Kroos bliebe so oder so wahrscheinlich nur die Jokerrolle, mit der er sich abfinden müsste.

Verträge sollen für Bundesliga und 2. Liga gelten

Auf den Außenpositionen sollten die Eisernen recht gut besetzt sein. Abdullahi, Hartel, Gogia und Mees stünden zur Verfügung. Denkbar wäre jedoch, noch jemanden als Backup zu holen, wenn man nicht einen Spieler bekäme, der alle genannten Spieler leistungstechnisch übertrumpfen könnte.

Wie dem auch sei, Oliver Ruhnert und Trainer Urs Fischer haben noch Zeit, um sich ausgiebig auf dem Transfermarkt umzuschauen. Ins Auge sticht, dass der Klub einzig Spieler verpflichten möchte, die sowohl in der Bundesliga als auch in der 2. Liga spielen würden. Mit dieser Taktik fährt man in Köpenick super, denn jedem dürfte klar sein, dass es in der kommenden Saison gegen den Abstieg geht und dieser durchaus geschehen könnte.

Damit der Klub nicht durchgereicht wird, stellen die Union-Verantwortlichen mit ihrer Strategie schon frühzeitig die Weichen der Zukunft. Unbedachtes Handeln gibt es also in der Geschäftsstelle an der Alten Försterei nicht, was sicherlich auch allen Union Fans freuen dürfte.


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