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Direkter Aufstieg verpasst! FCU kann SCP-Patzer nicht nutzen - 2:2 in Bochum

Union Berlin mit Remis in Bochum

Bildquelle: Asanka Schneider [], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Der 1. FC Union Berlin konnte die Steilvorlage aus Dresden nicht nutzen und hat den direkten Aufstieg in die Bundesliga verpasst. Trotz dramatischer Aufholjagd reichte es für die Eisernen in Bochum nur zu einem 2:2, sodass der SC Paderborn nach der 1:3-Schlappe in Dresden jubeln darf. Aber für Trübsal blasen bleibt An der Alten Försterei keine Zeit. Denn die Relegation steht vor der Tür und der VfB Stuttgart wartet.

Dynamo Dresden hatte für den 1. FC Union den roten Teppich ausgelegt und den Köpenickern im packenden Aufstiegskampf die nötige Schützenhilfe geliefert. Mit 3:1 bezwang die SGD den SC Paderborn, aber die Eisernen erledigten ihrerseits nicht ihre Hausaufgaben. Nur 2:2 beim VfL Bochum. Damit macht Aufsteiger Paderborn den Durchmarsch perfekt und folgt Zweitligameister 1. FC Köln in die Bundesliga.

1. FC Union verpasst (vorerst) Krönung einer starken Saison

Am Ende entschied die bessere Tordifferenz zugunsten der Ostwestfalen: Plus 26 gegenüber plus 21 Tore! Wie eng, wie bitter! Dennoch: Mund abwischen und den Blick nach vorne richten, lautet die Maxime für Union Berlin. Schließlich können die Ost-Berliner stolz auf ihre beste Zweitligasaison der Vereinsgeschichte sein, in der die Fischer-Schützlinge mit nur fünf Pleiten am wenigsten Niederlagen kassierten. Und der Bundesliga-Zug ist längst noch nicht abgefahren.

In der Relegation geht es nun gegen den VfB Stuttgart. Und wann spielt Union Berlin gegen den VfB? Die Schwaben genießen schon am Donnerstag (23.05) Heimrecht, ehe vier Tage später am Montag das Rematch in der Alten Försterei (27.05) über die Bühne geht. Diese wird dann einem wahren Hexenkessel gleichen. Schon am Sonntag ließ es der Union-Anhang beim Public Viewing richtig krachen. Rund 12.000 Fans stürmte in die Heimstätte der Eisernen zum kollektiven Daumendrücken. Der Andrang war so groß, dass sogar die Waldseite im Stadion zusätzlich geöffnet werden musste.

VfL Bochum macht keine Gastgeschenke

Doch der tolle Support, auch in Bochum – wo rund 6.000 FCU-Fans mitgereist waren –, half nichts. Das große Ziel „Union Berlin 1 Liga“ wurde im ersten Anlauf verpasst. Aber schon von Beginn an zeigte sich, dass der VfL Bochum, für die es nur um die finale Platzierung ging, keine Lust auf die Vergabe von Gastgeschenken hatte. Der Revierklub agierte von Beginn hellwach, bissig und ging mit dem ersten richtigen Torabschluss prompt in Führung. Bei strömenden Regen verwertete Anthony Losilla eine Vorlage von Torjäger Lukas Hinterseer, der im Sommer zum Ligarivalen Hamburger SV wechselt, eiskalt zum 1:0.

Ein Nackenschlag für die Aufstiegsträume von Union Berlin, der seine Wirkung nicht verfehlte. Zwar waren die Gäste weiter in der Offensive bemüht und drängten Bochum in die eigene Hälfte, aber große Chancen sprangen bis zum Pausenpfiff nicht heraus. Die besten Möglichkeiten hatten noch Sebastian Andersson, der einen Trimmel-Freistoß knapp neben das VfL-Gehäuse köpfte, und Sebastian Polter, der eine Flanke von Ken Reichel haarscharf verpasste.

Union Berlin mit packender Aufholjagd

Kurz nach Wiederanpfiff kam es noch schlimmer für die Hauptstädter: Grischa Prömel foulte Hinterseer im Strafraum und Schiedsrichter Harm Osmers gab zurecht Elfmeter. Silvere Ganvoula trat an und traf trocken zum 2:0! Doch der 1. FC Union steckte nicht auf und bewies Moral und Kämpferherz. Die letzte Durchschlagskraft fehlte aber weiterhin oder spätestens beim glänzend aufgelegten VfL-Keeper Manuel Riemann war Endstation. Als in der 72. Minute Ganvoula aber mit Gelb-Rot vom Platz flog, wurden bei Union Berlin angesichts der personellen Überzahl noch einmal zusätzliche Kräfte geweckt.

In der Schlussphase warfen die Eisernen alles nach vorne und das Vonovia Ruhrstadion bekam eine Union-Angrifswelle nach der anderen zu sehen. In der 83. Minute war es dann soweit. Mit einem satten Schuss glückte Prömel der verdiente Anschlusstreffer. Der Auftakt eines packenden Schlussspurts. Drei Zeigerumdrehungen später war Joshua Mees zur Stelle und erzielte nach einer Ecke von Kapitän Christopher Trimmel den 2:2-Ausgleich!

Abdullahi hat Siegtreffer auf dem Fuß

Union Berlin drängte mit voller Macht auf den Siegtreffer. Und fast hätte sich der eingewechselte Suleiman Abdullahi zum großen Aufstiegshelden aufgeschwungen, doch eine wuchtige Volleyabnahme des Stürmers aus kurzer Distanz konnte Riemann mit einem blitzschnellen Reflex noch abwehren. Es sollte nicht sein. Es blieb beim 2:2! Es war das 15. Unentschieden in dieser Saison, womit die Unioner die absoluten Remiskönige im Bundesliga-Unterhaus sind.

Aber nun bietet sich in der Relegation die finale Chance für den historischen Aufstieg, dem die Eisernen schon so lange entgegenfiebern. Die Statistik mag wenig Hoffnung machen, konnte sich doch in zehn Relegationsduellen achtmal der Bundesligist durchsetzen. Aber das ist längst noch kein Grund für Schwarzmalerei.

Denn zum einen hat der kriselnde VfB Stuttgart den direkten Abstieg vor allem aufgrund der Schwäche der Konkurrenz aus Hannover und Nürnberg als aus eigener Kraft verhindert. Zum anderen hat der 1. FC Union, der sich vor den Schwaben keinesfalls verstecken braucht, gerade in Duellen gegen namhafte Gegner seine besten Saisonleistungen abgeliefert. Stichwort BVB Union Berlin DFB Pokal, zudem sei an die Ligapartien gegen den HSV und Köln erinnert!


Saison 2018/2019

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