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Frank Nussbücker: Wenn der Bessere gewinnt - Union Berlin unterliegt Frankfurt

Union Berlin mit Pleite gegen Frankfurt

Bildquelle: Harleypaul on Tour [], (Bild bearbeitet)

Die Zeiten stehen auf Lockdown, 1. Advent in graukalten Tagen – und unsere Mannschaft steht im Finale der nächsten englischen Woche. Beide Mannschaften am Donnerstag europäisch unterwegs, Frankfurt daheim, unsere in Israel. Ich bin müde, hätte nichts gegen Winterschlaf, aber nichts da, Radio an und ins Frankfurter Stadion gehört! Kaum ist das Spiel angepfiffen, stürmen Unioner nach vorn, Taiwo auf Max – schade! 20.000 Zuschauer im Stadion machen ordentlich Ballett. „Wir sind die Kranken!“, höre ich unsere Auswärtsfahrer.

Und schon der nächste gefährliche Angriff, diesmal von den Frankfurtern. Die Reporterin wird laut, zweiter Ball, Andi Luthe hat ihn sicher unter sich begraben. Weiter geht’s volle Pulle auf beide Tore, Taiwo Awoniyi im gegnerischen Strafraum, doch zwei Frankfurter bei ihm, schade. „Union greift früh an und steht hinten sicher“, lobt uns die Reporterin – sofort verlieren wir den Ball, Frankfurt kontert und drin ist der Ball, zum Glück abseits! Wir schreiben die 6. Minute …

Unser Tor unter Dauerbeschuss

Aber die Eintracht greift weiter an, Prömel wehrt ab. Kurz drauf Taiwo vorm gegnerischen Tor, Abstoß. Den nächsten Frankfurter Angriff wehrt Marvin ab, „und wir lieben unsern Club, und wir sind stolz auf ihn!“ Angriff Eintracht, unsere erobern den Ball, von den Rängen schallt es: „Eisern!“ „Union!“ Unser Angriffsversuch wird abgefangen. Neuaufbau, sie müssen hintenrum spielen. Die Partie scheint ruhiger zu werden, da erkämpft die Eintracht ihre erste Ecke, kurz getreten …

Wie die endet, weißt Du so gut wie ich: Der knackige Fernschuss landet unhaltbar in unserem Gehäuse, so ein Mist. Die Stadionanlage plärrt klassische Klänge heraus, der Stadionsprecher darf mit den Heimfans kommunizieren. Und wie reagiert Union? Mit Angriff, Taiwo Awoniyi mit seinem 1. echten Abschluss aus 16 Metern – der Torwart hält ihn sicher. Kurz drauf verliert unser Käpten den Ball, Angriff Frankfurt, Flanke, Kopfball – gaaaaaaanz knapp über die Querlatte, selbige noch streichelnd. Den nächsten Angriff spielen sie zum Glück schlampig.

Lassen die auch mal nach?

In der 29. Minute der nächste Eckball für die Eintracht. Der finale Kopfball streicht knapp am linken Pfosten vorbei, hätte Luthe den noch gehabt? An Eisernes Offensivspiel ist jetzt kaum zu denken, immer wieder Frankfurt. Die Reporterin entschuldigt uns ein wenig aufgrund der langen Flugreise, die Eintracht durfte daheim spielen wie nächtigen – und schon wieder holen sie sich den Ball, vorbei am ersten – aber abgewehrt vom zweiten Unioner! Baumgartl rettet, Abstoß Union!

In der 36. erkämpfen auch unsere eine Ecke. Die Frankfurter pfeifen, der Käpten tritt – geklärt! Zweiter, dritter Ball, dann der schnelle Frankfurter Konter, wunderbar gespielt – und links vorbei, aufatmen! „Unsere Mannschaft wirkt etwas müde“, postet Freund Seku meine Gedanken, das Publikum wird laut, Gelbe für Grischa. Der Freistoß bringt nichts, aber schon wieder Angriff Frankfurt – aus 5 Metern schießen sie übers Tor!

Die nächste Welle bricht herein

Den nächsten Angriff wehrt Knoche ab. Jetzt mal Max Kruse? Leider ein Fehlpass. Kurz drauf wieder Union: Genki auf den Käpten, der zu Max: übers Tor, aber endlich mal wieder ein Eiserner Angriff samt Abschluss! Unserer nächsten Ecke folgt erneut der schnelle Konter der Hausherren, aber Knoche passt auf. Ecke Frankfurt, dann endlich Pause. Wir liegen vom Spielgeschehen her klar, aber vom Ergebnis nur 1:0 hinten, serviert Urs in der Pause Zaubertee?

Kaum rollt der Ball wieder, ist Frankfurt gefährlich vor unserem Tor, zum Glück ohne Erfolg Luthes Abschlag landet bei einem Gegner, sie greifen erneut an. „Oczipka rettet für den 1. FC Eisern Union“, skandiert die Reporterin. Die Frankfurter Fans freuen sich derweil auf ihren womöglich ersten Heimsieg der Saison, unsere abgekämpften Europa-Helden als Aufbauhelfer? Bitte nicht! Haben wir den Ball, müssen wir hintenrum spielen, weil alle Mitspieler zugestellt sind. Unbarmherzig drücken sie uns hinten rein.

 

 

Spektakulärer Ausgleich mit Fragezeichen

Jetzt fast ein Angriff der Unioner, Betonung auf fast. Dazu setzt Regen ein, glitschiger Boden, auch das noch! In der 58. Minute wechselt Urs doppelt, Ryerson für Khedira, Becker für Genki. Frankfurt im Vorwärtsgang, Luthe läuft dem Gegner den Ball ab. Als nächstes fängt sich Robin Knoche eine Gelbe, der Freistoß für Frankfurt bringt nix – aber jetzt greifen unsere an! Awoniyi setzt sich gegen 3 Gegenspieler durch, der Ball haarscharf auf der Seitenaus-Linie. Wir sind im Strafraum, Awoniyi auf Becker, der Ball geht an den Pfosten – aber Taiwo wurde im Sechzehner gefoult!

Der Schiri zeigt auf den Elfmeterpunkt, Taiwo wurde gefoult. Das Publikum pfeift, und es wird nochmal geprüft, ob der Ball zuvor im Seiten-Aus war. Hinterher in Zeitlupe auf der Mattscheibe sieht es mir verdammt danach aus. Aber nix da, der Strafstoß bleibt amtlich. Max läuft an, verzögert, verlädt den wackeren Torwart schießt – und drin ist der Ball! Ohne Klassik, ohne Show, einfach nur drin! Und plötzlich ist unser Team auch wieder in diesem Spiel! Oh, Ballverlust, aber unsere laufen den gegnerischen Konter ab.

Die nächste Welle – und noch 5 Ewigkeiten bis Buffalo

Frankfurt bleibt gefährlich, doch unsere Mannschaft hält dagegen. Und macht einer einen Fehler, ist der Mannschaftskamerad da, das Ding wieder gerade zu biegen. Frankfurt lässt nicht locker, Urs wechselt nochmal doppelt. Nehmen wir diesen verdammten Punkt mit? Wird es gerade wieder ruhiger? Zumindest auf den Rängen. Aber schon wird’s wieder heiß: Unser Freistoß mündet in einen Frankfurter Konter, abgefangen! Angriff Union – gehalten, direkt im Gegenzug Frankfurt, Ryerson wehrt ab.

Becker muss behandelt werden. Zum Glück geht es weiter. Angriff Eintracht, Gestocher in unserem Strafraum, ein Frankfurter liegt nach heftigem Ringkampf mit Marvin Friedrich, der Schiri bleibt gelassen. Sie belagern unser Tor, Eckball mit zweitem und drittem Ball, bevor der Käpten klärt. Dauerbelagerung unseres Strafraums, schon bricht die 90. Minute an. Letzter Wechsel bei Union, fünf Minuten Nachspielzeit! Die Ewigkeit will nicht verrinnen, und schon wieder hat ein Gegner freie Schussbahn …

Wut rausbrüllen, Mund abputzen und Attacke!

Elendig knapp streicht der Ball übers Tor. Anderthalb Minuten vorbei, Luthe lässt sich viel Zeit mit dem Abstoß. Der landet an der Mittellinie, fast ein Unioner-Angriff, dann wieder Frankfurt. 25 Meter vor unserem Tor freie Schussbahn für den Gegner, der lieber vergeblich in den Strafraum flankt. 2,5 Minuten herum, Luthe sieht Gelb für seine aufreizende Ruhe. Attacke Union, genau auf den Keeper. Gelb für Becker, nur noch eine Minute nachzuspielen! Die ist fast vorbei, als erneut Klassik durchs Stadion dröhnt. Ich schreie mein Radio an, zum gefühlt drölfsten Mal diese Sch…!

Es dauert ein paar Sekunden, bis das Eisern Union über meine Lippen kommt. Um ein Haar hätten wir diesen verdammten Punkt geholt. Aber wir verloren, gegen einen geradezu ungewohnt klar besseren Gegner. Trotzdem waren wir fast dran, mit ‘ner Schippe Glück und trotz müder Beine in dieser harten Saison. Nun stehen noch 4 +1 sauschwere Spiele an, unter anderem gegen wütende Brause-Konstruktler, abgezockte Prager und einen VfL Bochum in Höchstform, mit torhungrigem Polti. Alle Kraft voraus bis zur Winterpause, Eisern heißt dit!


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