Frank Nussbücker: Schluss, Aus, Auswärtspunkt in Stuttgart

Union Berlin holt Punkt beim VfB Stuttgart

Bildquelle: Harleypaul on Tour [], (Bild bearbeitet)

Drei Tage nach dem Punkt in Augsburg gings nun zum derzeit bärenstarken VfB Stuttgart. Würden wir auch hier bestehen können? Das Spiel war keine 20 Sekunden alt, da sahen wir den ersten Gelben Karton, Burcu hatte seinen Gegenspieler gestempelt. Die Stuttgarter erarbeiten sich Ecken, kurz darauf geht der Ball über unseren Kasten. Sie lassen ihre Klasse aufblitzen, nur der Abschluss will noch nicht gelingen.

In Minute 11 melden auch wir uns mit Rani vorm gegnerischen Tor an, weitere drei Minuten später stürmt Ilic auf den gegnerischen Kasten zu, schließt aus spitzem Winkel ab – und der Ball touchiert den Pfosten! Was für eine Riesenchance, was für ein Mist! Gerade Ilic hätte dieser Treffer so gut getan – aber weiter geht’s. Einige Chancen auf beiden Seiten und Gelb für den VfB. Torlos geht’s in die Kabinen, unsere Mannschaft lieferte bis dahin eine großartige Arbeit ab. „Beste Halbzeit seit langem!“, schwärmt mein Unioner-Kollege Falko.

Guter Fußball von Union

Zu Halbzeit 2 gibt’s eine Choreo im Gästeblock in Rot und Gelb, dazu mit unserem Vereinslogo wie der Fahne unseres Vorgängervereins SC Union Oberschöneweide – ein Blick zurück auf jenen Zeiten, da Unions Farben Blau und Weiß waren. Aufm Platz präsentiert sich Union mit einem Offensivfoul. Dann greift der VfB an, und wir können uns gerade so befreien. Den nächsten Ball köpft Doekhi raus, dann klärt Leo. Kurz darauf fährt Freddy gerade noch rechtzeitig den Fuß aus und klärt zur Ecke.

Der Ball geht Richtung zweiter Pfosten, aber Unsere stehen gut. Abschlag von Freddy, der offenbar Zeit hat. Die Radio-Kommentatorin bescheinigt ihm „Präzision und Gemütlichkeit“. 2.600 Eiserne seien im Stadion, unsere Mannschaft zu unterstützen. Und die kommt jetzt: Foul an Kemlein, aber Vorteil. Schäfer fällt über den Liegenden und bleibt dennoch am Ball, passt zu Ilic, bekommt das Spielgerät zurück und schickt es gefährlich in den Sechzehner, wo Burcu knapp verpasst.

Freddy machtlos – Stuttgarter Führung nach Distanzschuss

Ecke Union, doch sie klären, dazu wars wohl Abseits. Freistoß VfB, sie kommen mit Tempo über rechts, was dank unseres Stellungsspiels nur mäßig klappt. „Die Stuttgarter arbeiten sich ab an Unions Defensiv-Verbund“, konstatiert die Kommentatorin. Leweling fällt in unserem Strafraum, die Zuschauer pfeifen, aber Schiri Aytekin schüttelt den Kopf. Stuttgart jedoch bleibt dran und schießt aus der Distanz das 1:0 in der 59. Spielminute – Mist-schade, und Freddy sei stinksauer. Die Cannstadter Kurve feiert die Führung und ihre Mannschaft.

Doch unsere Mannschaft wirkt nicht wirklich geschockt. Sie kommen über links, Ball an den langen Pfosten, wir bleiben über Rani dran. Schließlich segelt das Spielgerät am Stuttgarter Tor vorbei. Unsere suchen Wege und Räume, die Stuttgarter laufen uns früh an, wollen uns „auf den Keks gehen“. Zum einen freute ich mich über unsere Reaktion aufm Platz, zum anderen habe ich auch hier den Eindruck, dass da noch was zu holen ist.

 

 

Union gibt nicht auf

Käpten Rani gibt seinen Mitspieler zu verstehen: Wir müssen mehr machen, früher anlaufen, wollen wir hier noch was mitnehmen. Baumi bereitet den ersten Doppelwechsel vor, Ansah und Nsoki sollen reinkommen. Ein wütender Burcu und Juranovic gehen raus. Stuttgart über links. Baumi wird ohne Jacke und mit Wasserflasche in der Gesäßtasche beim Übertreten seiner Coaching-Grenze erwischt.

Stuttgart mit Geduld an unserer Strafraumgrenze, unser Gegenzug von ihnen wird abgewehrt. 72. Spielminute, sie legen Ansah rustikal, Stuttgart bereitet ebenfalls einen Doppelwechsel vor. Unser Freistoß von halblinks geht Richtung Elfmeterpunkt, Nsokis Schuss segelt am Tor vorbei. Jeong kommt für Schäfer. Der Eingewechselte erobert gleich mal den Ball, doch Rani kommt nicht ran.

Drehung, Schuss – und rein das Ding!

Unsere seien spielbestimmend, höre ich. Der VfB steht tief, mit 9 Spielern an Strafraumgrenze. Ihr Keeper sichert den Ball und gibt ihn nach vorn. Sie sind unterwegs in Richtung Union-Tor, am Ende wieder ein Distanzschuss, zum Glück harmlos. Dann ein Stuttgarter allein vor unserem Tor, aber er legt ihn drüber, statt zu seinem freistehenden Kollegen zu passen.

Jetzt Union mit Ansah, Steckpass auf links, ein Stuttgarter rettet vor Ilic. Ballverlust Union, Foul an Leweling. Kemlein will sich entschuldigen, wird aber weggeschubst. Ansah rennt in einen Gegenspieler rein, Foul an Leithe, der Schiri versucht, die Partie jetzt nicht „zu emotional“ werden zu lassen. Wir wieder über links mit Ansah, er muss hintenrum spielen. Unsere bleiben dran, Nsoki setzt sich links durch, passt zu Jeong. Der dreht sich um seine eigene Achse, zieht ab und schickt das Spielgerät über die Torlinie!

 

 

Und fast die Führung

Sind wir mal wieder zurückgekommen? Aber Baumi zeigt an: Warte! Wird hier vielleicht was auch immer noch gecheckt! Oder doch nicht? Nee, das Tor zählt, und es steht 1:1 in Minute 83. Baumi steht breitbeinig am Spielfeldrand, selbstverständlich außerhalb seiner Coachingzone, und auch die Unioner auf dem Spielfeld wollen mehr: Unsere über links, Kemlein wird rausgetrieben, aber wir bleiben dran, drängen Stuttgarter in ihre Hälfte.

Noch 5 Minuten plus X auf der Uhr, Stuttgart kommt über rechts, wir foulen an der Strafraumgrenze. Freistoß für den VfB „aus extrem guter Position“, Freddy stellt eine Vier-Mann-Mauer, der Schuss geht deutlich drüber. Union mit Ilic, er passt auf Jeong, doch Nübel rettet in höchster Not. Das wäre um eine Handbreit das 2:1 gewesen! Auch die Kommentatorin sieht Unsere seien näher an der Führung dran als der Gegner – wie oft hörte ich das schon, und dann…?

Verdienter Lohn für eine großartige Mannschaft

Ein Stuttgarter am Boden, die medizinische Abteilung lässt sich Zeit, Baumi setzt eine Taktikbesprechung an. Stiller kann nicht weiterspielen, erneuter Doppelwechsel des VfB in seinem deutlich stiller gewordenen Stadion. Vier Minuten Nachspielzeit, und beide Mannschaften wollen noch was. Stuttgart sucht Wege, Unsere wechseln auch nochmal, Burke für Ilic. Einwurf Stuttgart, aber Union erobert das Spielgerät.

Langer Ball nach vorn, erst mal rausgedrängt, Ball ins Zentrum – geklärt zur Ecke für Union nach 2:40 Minuten der Nachspielzeit. Pfiffe ertönen. Union stürmt weiter, der nächste Abschuss geht übers Tor, aber schon wieder greifen wir an. Ansah gegen drei, passt ins Zentrum zu Burke, dann ist Schluss: Wir haben den Punkt, und der VfB wirke frustriert. In jedem Fall trotzten wir ihnen hier nicht allein kämpferisch. Eine großartige Mannschaftsleistung sicherte Punkt Vierundzwanzig in unserer aktuellen Sammlung.


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