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Frank Nussbücker: Ja, dann kann der Sieg nur dir gehören! - Union schlägt RB

Union Berlin feiert Sieg über RB Leipzig

Bildquelle: Harleypaul on Tour [], (Bild bearbeitet)

Und schon wieder im ehemaligen Leipziger Zentralstadion gegen die in Sachen Fußball weltweit operierende Brause-Firma aus Fuschl am See. Lasst es mich noch einmal sagen und dann dazu schweigen: Es kotzt mich an, gegen dieses 21-Mann-Konstrukt anzutreten, das über die schier endlosen Finanzmittel ihres Inhabers verfügt, der locker jedes noch so große Minus ausgleicht. Einzig sein Wille zählt, und das ortsansässige Fußvolk ergötzt sich am Show-Müll, den ihm des Fuschlers Firma verhökert. Wer seiner Firma außerhalb des Gästeblocks nicht zujubelt, wird der Arena verwiesen, Gästefans in Ermanglung menschlicher Stimmen mittels Beschallungsanlage bekämpft.

Damit zu uns: Würde unsere Mannschaft noch einmal eine derartig starke Leistung wie am Mittwoch auf den Platz bringen und dazu auch noch das so wichtige Quäntchen Glück auf ihrer Seite haben? Um die 2.600 Unioner waren da, sie zu unterstützen. Und egal, wie das hier ausgehen würde – wir stehen zu unserem Verein und dem Fußball, wie wir ihn lieben: Kämpferisch, solidarisch und mit uns Fans als Teil des Ganzen, nicht als pure Konsumenten wie Claqueure dieses 21-Mann-Betriebs aus Fuschl am See. Sorry, ich schon wieder …

Union am Ball

Auf den Rängen auch Vater und Sohn Schnuppe, die mit ETH-Helmut und Wolfgang Österreich aus Müggelheim auf Fahrrädern, also mittels geballter Fuß- und Beinkraft nach Salzburg-Nord gestrampelt waren. Los ging’s gegen des Fuschlers Mannen! Union gleich mal über links. Sheraldo Becker bringt den Ball vors Tor, wo ihn sein Sturmpartner Taiwo Awoniyi verlängert – und Salzburg Nords Tormann muss eine Parade zeigen! 1. Minute, Riesenchance für Union.

Jetzt die Fuschlerer Flachgauer, aber Rani Khedira ist zur Stelle. Angriff Union, doch Taiwo ist von zwei Nord-Salzburgern umstellt. Sie erobern den Ball, das alles geschieht unter den leisen Verlautbarungen der Salzburg-Nord-Sympathisanten. Union am Ball: Taiwo schickt Becker, spitzer Winkel, der Torwart hat ihn. Brauseball baut auf, aber unsere Defensive steht bestens. Unsere beiden Sturmspitzen attackieren die Angreifer, dass sie wiederholt, hintenherum spielen müssen.

Attacke auf Rasen und Rängen

Ballverlust Union, aber Käpten Trimmel holt einen Einwurf für uns raus. Das Publikum singt etwas, das irgendwie nach „Salzburger Jungs“ klingt. Ich kann mich auch täuschen, sie nuscheln wie geschrieben recht leise. Unterstützen sie etwa halbherzig unseren Stimmungsboykott? Sollten sie sich überlegen, nicht dass die Ordner sie deshalb aus dem Stadion werfen. Ein dänischer Brause-Mann mit erheblichen Diva-Qualitäten liegt am Boden, beschwert sich über die Nichtbeachtung durch den Schiri. Salzburg-Nord baut endlos auf wie schon am Mittwoch – und endlich sorgen 2.600 Unioner für Fußballstimmung!

Der Diva-Mann bringt einen Seitfallzieher, trifft aber hauptsächlich Käpten Trimmel. Freistoß Union, Knoche bringt den Ball nach vorn, dann der 1. Eckball für uns. Pfiffe der Fuschl-Anhänger, „Eisern Union!“ singen unsere Auswärtsfahrer. Trimmis Ball auf Dominique Heintz, der leider weit am Tor vorbei köpft. Das Spiel tröpfelt jetzt ein wenig dahin, die Unioner besingen die Schönheit Köpenicks. 23. Minute, Eckball Union, diesmal von links: Gießelmann an den zweiten Pfosten, Becker kann das Spielgerät leider nicht scharfmachen.

Geplänkel mit Verletzungspausen

Mist, Taiwo Awoniyi liegt am Anstoßkreis nach Zusammenprall mit einem Fuschler, muss behandelt werden. Zum Glück geht es weiter für ihn! Der Radiokommentator sieht das Heimpublikum am Brausestand, schon hat es Heintzi erwischt. Auch er muss nach der Behandlung erstmal raus – kann aber ebenfalls weitermachen. Bald darauf liegt Herr Brausediva, nun aber doch endlich Gelb, fordert er – warum tut ihm der Schiri nicht den Gefallen? Unsere Mannschaft steht defensiv sicher und ackert wieder enorm, in der 35. erklingt von den Rängen der Westernsong.

 

 

Becker über links, Zuspiel auf Käpten Trimmel, der leider nicht richtig an den Ball kommt – das wäre es gewesen! Schon wieder Union, Gießelmann auf Schäfer – leider nichts, aber ebenfalls eine gute Idee. Jetzt aber mal die Flachgauer aus Salzburg-Nord, aber die Endstation heißt Robin Knoche. Sie bauen wieder auf, müssen hintenrum. In Minute 43 Freistoß für Union, zu weit für den Direktversuch. Trimmi bringt den Ball an die Strafraumgrenze, Fuschler Befreiungsschlag, von den Rängen: „Und wir lieben unsern Club, und wir sind stolz auf ihn, FC Union aus Berlin!“

Und plötzlich schlägts bei uns ein

Minute 44: Taiwo lässt drei Gegenspieler stehen, passt auf Prömel, der schießt – leider genau auf die Brust des Torwarts. Eine weitere Riesenchance – und es geht noch immer weiter: Eckball Union, Pfiffe der Brauseanhänger. Abgewehrt, doch Union bleibt am Spielgerät. Unser Käpten zieht aus 25 Metern volle Pulle ab – sein Schuss zerbricht fast die Querlatte! So ein verdammtes Pech aber auch! Zur Pause 0:8 Torschüsse für Union, zwei mehr gelaufene Kilometer und 64 % gewonnene Zweikämpfe, aber es steht eben noch immer 0:0.

Das ändert sich bereits kurz nach Wiederanpfiff – nur leider gegen uns und ausgerechnet vom Diva-Mann. Und das nach diesem aufopferungsvollem wie bislang überlegen geführtem Kampf unserer Mannschaft – Fußballgott, hast du ne Macke? Die Flachgauer kommen, holen die erste Ecke. Rönnow kriegt den Ball nicht gehalten, wird aber gefoult – durchatmen! Dann wieder Unsere: Freistoß, Ecke, Neuaufbau. Beim nächsten Angriff derer aus dem Flachgau fällt einer von denen in unserem Strafraum, ganz in der Nähe von Käpten Trimmel. Nix da, entscheidet der Schiri, vorerst kein weiteres Elfergeschenk für Salzburg-Nord.

Wieder ein Geschenk für den Österreicher?

Dann wieder Union, Becker auf Gießelmann, der schießt aus dem Fünfmeterraum – und wird dabei von einem Dosenmann am Knie getroffen. Wenn Elfmeter, dann doch jetzt! Oder? Nein, aber zumindest Videobeweis. Der Schiri geht Fernsehen gucken, Minute um Minute steht er vor dem Bildschirm. Spielte der Dosenmann erst den Ball – und traf erst dann unseren Spieler? Ähnlich wie am Mittwoch, als der Fuschler bereits vor dem Kontakt einknickte? Kein Elfmeter – sagt der Schiri, ein weiteres Geschenk an den Österreicher? Ich sah es nicht, daher schweig ich stille, allerdings mit ordentlich Wut im Bauch.

Urs an der Linie ist stinksauer, und die Flachgauer wittern Morgenluft, werden aber erstmal abgewehrt. Neuaufbau, endlich kann sich Union befreien. Wie um alles in der Welt könnten wir hier zu einem Punkt kommen? Aber sie fighten weiter: Becker schickt einen Flachpass, doch Awoniyi bekommt ihn nicht. Kurz darauf haben die Nord-Salzburger Platz, dann ist endlich wieder alles zu. Sie holen ihre 2. Ecke, kurz ausgeführt, hintenrum, dann ein Schuss an den Pfosten – wow, das können die also auch! Trimmi und Gießelmann gehen raus, Ryerson und Oczipka kommen rein.

Sven Michel lässt es krachen

Voglsammer, auch er mittlerweile dabei, flankt in den Fünfer – und Taiwo ist 2-3 Schritte zu weit weg vom Spielgerät. Schade! Der Kommentator zeigt Mitleid mit uns, da sei mehr drin gewesen für Union, und Salzburg-Nord kommt kaum noch aus der eigenen Hälfte heraus. Unsere ackern weiter unermüdlich, holen unter anderem die nächste Ecke, aber der Ball will einfach nicht in dieses verdammte Dosen-Tor. Dennoch, was für ein Kampf – und dass nach der tollen wie überaus aufreibenden Leistung vom Mittwoch!

 

 

Minute 83, 84, Angriffswellen der Fuschler – endlich können Unsere klären. Dann Union mit einem langen Ball nach vorn. Der wird aus der Gefahrenzone geköpft, aber wir weiter am Ball. Becker flankt von rechts, wird abgewehrt, Einwurf Union. Michel und Behrens kommen für Heintz und Awoniyi. Becker flankt erneut, Michel läuft ein, gewinnt seinen Zweikampf – und befördert den Ball ins lange Eck! Das war sein erster Ballkontakt – und was für einer! „Eisern Union!“, schreie ich den Rechner an! „Gib niemals auf und glaub an Dich“ – das ist Union! Auf den Rängen ist es jetzt wohltuend laut, ohne jegliches Zutun des Faxenmachers am Brause-Fon.

Hulk Behrens schießt uns glücklich

Von den Rängen erschallt unser Mantra, und die Fuschler kriegen ihre erste Gelbe. Freistoß Union auf Höhe des Anstoßkreises. Unsere bleiben am Ball, von rechts ein weiterer Becker-Flachpass in die aufreizend freie Mitte! Michel leitet per Hacke zurück auf Sturmpartner Behrens, der aus elf Metern abzieht – und ja verdammt, wieder ist das Ding dort, wo es hingehört: In des Gegners Tor! Behrens macht sich obenrum frei, rennt zur Gästekurve – da höre ich, der Treffer werde überprüft! „Warum eigentlich?“, fragt sich der Kommentator – dann ist unsere Führung endlich amtlich!

Entschuldigung, Fußballgott, ich hatte es vorhin nicht so gemeint. Sechs Minuten gibt’s obendrauf. Freistoß Union nach Foul an Becker, Abstoß Fuschl am See. Sie kommen über links, foulen ungeahndet. Einwurf, Schussversuch, Abstoß. Frederic Rönnow holt sich die Gelbe wegen Zeitspiels, das Mantra erklingt. Die Flachgauer greifen an, aber immer ist ein Unioner dazwischen, Ballverluste auf beiden Seiten, dann endlich der Schlusspfiff! So bitter das am Mittwoch war, jetzt haben wir 50 Punkte und unsere Mannschaft belohnte sich und uns für zwei mit vollstem Einsatz geführte Superspiele. Eisern Union, alles andere später.


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