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Bildquelle: Harleypaul on Tour [], (Bild bearbeitet)
Wie üblich Pfiffe beim Einlauf des gegnerischen Teams, dann Applaus und der Ruf „U-hurs Fischer“. Der Besungene guckte nicht zu uns rüber, begrüßte aber etliche seiner ehemaligen Arbeitskollegen mit herzlicher Umarmung. Dann wie immer Applaus beim Einlauf der Unioner. Athletik-Schleifer Martin Krüger trotz Kälte – oder gerade deswegen – in aufreizend kurzem Sportzeug, holte sich die Startformation ran: kein Ansah, kein Trimmel, aber die komplette Innenverteidigung.
Beim Verlesen der gegnerischen Startelf ehrten wir die Unioner Lennard Maloney und Benedict Hollerbach, dazu das Trainergespann der Mainzer, Markus Hoffmann und Urs Fischer. Als das ihnen geltende Fußballgott erschallte, befand sich Urs in der Kabine. Garantiert mit Absicht, denn natürlich ist er heute hier, um uns weh zu tun. Mit Rot und Weiß, Stimmung in der Alten Försterei und Eisernet Lied startet Wumme den Countdown zum Spiel.
Mainz gewinnt die Platzwahl, lässt Unsere falschherum spielen, unterstützt von ihren Fans mit: „Wir wolln euch siegen sehn!“ Schnell übertönen wir sie mit einem Gesang um den Namen unseres Vereins. Köhn spielt von außen ins Zentrum – „Eisern Union!“ Hollerbach fällt, Unsere greifen an, leider schnell gestoppt von den Mainzern. 4. Spielminute: „Wir sind Unioner, wir sind die Kranken!“ Eine Minute später, mitten im Gesang, eine Riesenchance für Union!
„Wie kann man den vorbeischießen?“, fragt sich einer meiner Nachbarn. Leider fehlen die Steinis krankheitsbedingt, zumindest André steht direkt vor mir, neben Dennis und seinem Sohn. Der Gegenangriff der Mainzer kommt ebenfalls gefährlich daher, endet aber im Abseits. Mitten in der Zelebrierung unseres Schlachtrufs pfeift der Schiri einen unserer Angriffe ab. „Hier regiert der FCU!“, müssen wir ihn zumindest akustisch korrigieren.
Wir verlieren den Ball im Mittelfeld, und schon ist Mainz vor unserem Tor! Freddy hält den Abschluss souverän, und doch gefiel mir das Ganze nicht. Ansonsten bringen beide Teams vorn kaum etwas zustande. Mainz zeigt sich alles andere als gewillt, hier das Spiel zu machen, Urs und Hoffi kennen uns schließlich gut genug. Ein Mainzer fällt, Leithe sieht Gelb, „Den Morgengrauen entgegen“ erklingt. Einem Freistoß-Geschenk an unseren Gegner folgt einige Minuten später der nächste Abschluss auf unseren Torwart.
„Beiden Temas fällt nach wie vor kaum etwas ein“, vermelden meine Notizen, da zeigen die Mainzer einen schnellen Gegenangriff mit bestens positioniertem Vollstrecker. Unsere Maschen zappeln, wir liegen hinten. Die passende Antwort wäre beinahe postwendend gekommen, „Eisern Union!“, honorieren wir den Angriff. Nach einigen Versuchen finden wir uns mit der Waldseite zum Union-Wechselgesang, gefolgt vom ebenfalls bestens passenden: „Wo Du auch spielst, ja wir folgen Dir / Und ist der Sieg auch noch so fern – so fern! …“
Schon wieder ist Mainz durch, zum Glück bekommen wir ihnen den Ball abgelaufen. Das „kämpfe Union, kämpfe!“ wird aus dem Off begleitet von: „Aufwachen!“. Ecke Union – knapp daneben! „He FC Union!“, legen wir nochmal ne Schippe drauf. Der Halbzeitpfiff ertönt, „kämpfen und siegen!“, schicken wir unser Team in die Kabine, dann schallt „Daddy Cool“ aus den Boxen, Boney M. und der gute alte Frank Farian.
In der Pause hatten wir zwei Unioner zu verabschieden. Der Mitgründer der Oranienburger Frösche ist in etwa mein Alter, viel zu früh! Danach verlas Christian Arbeit mit hörbarer Mühe den „Olle Rolle“ gewidmeten Text. Als Stimme von Union fungierte André Rolle seit 1990 viele Jahre als Stadionsprecher und war auch hernach nicht leise. „André, Deine Stimme wird niemals verhallen – kräftig, kritisch ins Herz von uns allen!“, brachte es das Waldseiten-Banner mit Rolles Konterfei in der Mitte auf den Punkt.
Mit „1. FC Union Berlin – und alle!“ beginnt Halbzeit 2. Die Spielminuten vergehen, dann endlich brennts vor des Gegners Tor. Gestocher im Sechzehner der Mainzer, doch Unsere kommen nicht zum Zug. Dann greift Mainz an, unser nächster Verteidiger holt sich den Gelben Karton. Schon sind wir in Minute 60. Zum Ricky-Hatton-Gesang mit „Erster-Fußballclub-Union-Berlin“-Text brennt es kurzzeitig tatsächlich auf dem arg mitgenommenen Rasen.
Unsere waren wirklich bemüht – und wieder gelang das Tor dem Gegner, diesmal durch Hollerbach und leider durchaus ansehnlich. „Eklik sein“, habe ich Urs Stimme im Ohr, und genau so zeigt sich heute und hier seine Mannschaft. 0:2, haben sie uns damit den Stecker gezogen? Baumi wechselt gleich nochmal doppelt, bringt Jeong und Trimmi für Burke und Haberer. Jetzt auch noch eine schnelle Antwort aufm Platz, und alles wäre …
Aber Mainz lässt es krachen: Hollerbach an die Querlatte, mir stockt der Atem. Wir singen, bangen, schreien – und unsere Mannschaft kommt tatsächlich zurück. 77. Minute, Jeong netzt zum 1:2 ein, der Schiri zeigt zum Mittelkreis, wir liegen uns in den Armen. „War das der Ehrentreffer?“, frage ich Blocknachbarin Eva. „Nee, die Wende!“, schreit sie mir zu. Ljubicic ersetzt Leite – Baumi setzt auf Sturm! Unsere Mannschaft ackert konsequent weiter, Unioner gewinnen Zweikämpfe, alle sind an Deck und willens!
Prompt kommt die Belohnung: War Doekhis Kopfball an die Querlatten-Unterkante womöglich schon drin? Ljubicic geht auf Nummer sicher und drischt das Ding endgültig rein. Ein Malocher-Tor mit vereinten Kräften, und wieder tobt auf den Rängen die Ekstase. Was für eine Moral, Unioner! Und sie wollten noch mehr, doch das war dem Fußballgott da droben wohl doch zu dicke. Er beließ es beim 2:2, einem am Ende beherzt erstrittenen, in jedem Fall hochwichtigen Punkt. Eisern heißt dit.
Wer: Diogo Leite (27)
Wann:24.01.2026