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Frank Nussbücker: Oster-Duell der Fußballhelden – Union Berlin besiegt Frankfurt

Union Berlin mit Erfolg über Frankfurt

Bildquelle: Harleypaul on Tour [], (Bild bearbeitet)

Ostersonntag, Sonnenschein – und auf Eddylines Viktoria ins schönste Stadion der Welt. Auf zu einem Spiel der Super-Teams, wenn man auf derartiges Pathos steht. Fakt ist, dass die Frankfurter Eintracht und die 1. Herrenmannschaft des 1. FC Union Berlin gerade zwei ausgesprochen spektakuläre Siege errangen. Wie überlegen unsere Farben auf Rasen und Rängen des Berliner Olympiastadions daherkamen, das beeindruckte ganz sicher weit über die Grenzen unserer Heimatstadt hinaus.

Was die Frankfurter Eintracht auf Rasen und Rängen des weltberühmten Camp Nou hinlegte, steht dem in nichts nach. Beim katalanischen Superlativ-Club waren die Hessen mit ihrem Budget – wie in der Bundesliga zumeist wir – der absolute Underdog. Dem Marktwert ihrer Mannschaft, 199,05 Millionen Euro, standen in Kataloniens Fußballtempel satte 679 Millionen der Heimmannschaft gegenüber. Das sind etliche Milliönchen mehr als die Leipziger Red Bull Filiale oder der BVB.

Unsere Frankfurter Bilanz

Einzigartig auch, was die Eintracht-Fans auf den Rängen hinlegten – ja, wie sie überhaupt in dieser Masse auf selbige gelangt waren. Das erinnerte mich an Union beim Derby, als uns die Herthaner noch nicht ernst nahmen. Dass in unserem Stadion überhaupt Eintracht-Fans zugegen sein konnten, dafür sorgten wir Unioner dereinst selbst. Da der DFB die Hessen vom Zweitliga-Punktspiel AdAF ausgeschlossen hatte, besorgten ihnen Unioner Karten, und wir alle unterstützten sie in der Halbzeitpause bei der geradezu friedlichen Erstürmung des Gästeblocks.

Das war am 13. Oktober 2010, und wir verloren aufm Platz klar wie heftig mit 0:4. Es war unser erstes Aufeinandertreffen mit der Frankfurter Eintracht. Bislang hatten wir lediglich gegen den FSV Frankfurt Punktspiele ausgetragen. Mittlerweile gab es 12 Aufeinandertreffen mit dem großen Frankfurter Club, von denen wir lediglich eines gewannen und immerhin schon 4 Unentschieden erkämpften. Wie würde das heute aussehen, gegen ganz sicher euphorisierte, aber vielleicht auch ein wenig geschwächte Hessen, die im laufenden Wettbewerb vor diesem Spieltag immerhin 5 Zähler hinter uns standen?

Ein Applaus für unsere Gäste

Eine erste Hürde hielt für mehrere Dutzend Eiserne die Anreise bereit. Die Viktoria funkte: „Anlasser geht nicht, Fachmann ist einbestellt, Abfahrt verschiebt sich um eine Stunde.“ Wir versorgten uns mit Kaltgetränken, blieben guter Hoffnung und freuten uns wie Bolle, als wir unser Flaggschiff um die Ecke biegen sahen. Berlins Ufer zogen an uns vorbei, und wir unter zahlreichen Gesängen gen Köpenick. Noch hat unsere Stadt einiges Grün zu bieten. Von Brücke zu Brücke freute ich mich mehr auf das Spiel.

 

 

Volle Hütte im Wohnzimmer und noch immer herrlicher Sonnenschein – seit einigen Jahren bestes Fußballwetter für unsere Mannschaft. Stadionsprecher Christian begrüßte die Gäste aufs Herzlichste. Christopher Lenz holte sich sein „Fußballgott“ ab. Schon, als die Spieler der Eintracht den Rasen betraten, hatten wir ihnen applaudiert. Jetzt galt unser Applaus deren Fans. Auch sie hatten sicher harte, schöne Tage und Nächte hinter sich. Die Gäste gewannen die Platzwahl, beanspruchten unsere Seite – ob das klug war?

Taiwo Awoniyi zieht durch …

Mit „Und wir lieben unsern Club, und wir sind stolz auf ihn“, gings in die Partie. Der Gesang hielt 5 Minuten, unsere Mannschaft unternahm erste „Ausflüge“ in den gegnerischen Strafraum. 7. Minute, Unsere über links, dann ins Zentrum. Awoniyi auf Becker, der zieht leider links am Tor vorbei. In der 8. Minute erscholl der „Eisern!“ „Union!“ Wechselgesang, die Gäste beenden einen Angriff mit einem Schuss nebens Tor. Dann wieder Union: Baumgartl flankt in den Strafraum, Genki köpft – an den Pfosten!

Aber weiter geht’s, zu den Klängen unserer Bella Ciao-Version rollt alsbald der nächste Eiserne Angriff heran. Rönnow stößt nach vorn ab, Rani Khedira schickt Taiwo Awoniyi. Der fackelt nicht lange, lässt einen Gegenspieler alt aussehen, den zweiten nicht an den Ball kommen und nagelt die Pille eiskalt ins Netz. Mitten in unserem Jubel gewahren einige: Der Treffer wird wohl noch geprüft. Hatte unser nigerianischer Brecher seinen Gegenspieler etwa bös berührt? Nichts da, Treffer zählt, wir führen. Während wir noch immer den Nachklang unserer Führung genießen, ist unsere Mannschaft längst wieder hellwach im Hier und Jetzt.

… und Grischa Prömel setzt nach

Angriff über rechts, Ryerson passt diagonal, aber niemand da – bis auf unseren heutigen Käpten Grischa Prömel, der den Ball hinterhergrätscht, ihn im Spiel hält und zu Niko Gießelmann passt. Der bleibt hängen, verliert den Ball, welchen Genki schleunigst zurückerobert und Grischa vor die Füße spielt. Der zieht ab, der Ball fliegt aufs Gehäuse zu und senkt sich am Torwart vorbei ins Netz – wir jubeln erneut, genau wie die Unioner auf dem heiligen Rasen an diesem Ostersonntag.

 

 

Kurz drauf Prömel erneut vorm gegnerischen Kasten, obendrein frei – sein Schuss geht knapp links vorbei. Unter unseren Gesängen stürmt Union weiter vor. Rani Khediras Schuss kann der Gäste-Keeper gerade noch so über die Querlatte lenken. Es gibt Ecke, die allerdings auch bald für Frankfurt. Zum Glück übers Tor. Ansonsten ist unser Keeper zur Stelle. Kommt was in Richtung seines Gehäuses, dann zumeist drüber oder direkt in seine Arme. Sein Spiel nach vorn kommt angenehm stabil daher. Das Ende der 1. Halbzeit spielt sich zumeist vor unserem Gehäuse ab. Kurz vor Schluss bekommen die Gäste einen Freistoß – Rönnow hat ihn sicher!

Frohe Ostern!

Etwa 7 Minuten nach Wiederanpfiff ein Ball für Taiwo Awoniyi. Der tankt sich zwischen mehreren Gegenspielern hindurch vors gegnerische Tor, zieht ab – leider übers Gehäuse. Dann Frankfurt über links, abgewehrt zum Einwurf. „F-C-U-Fußballclub Union Berlin!“ Schon ist die 70. Minute erreicht, Union im Vorwärtsgang, taktisches Foul, Gelb für Frankfurt. Kurz drauf erwischt es auch einen von uns. Die Zeit vergeht, wir singen – und mehr und mehr sieht das hier nach dem nächsten verdienten Dreier aus!

Dann kommt Frankfurt nochmal, doch ich meine, man merkt ihnen die Strapazen der Woche an. Jawollja, Rönnow hat ihn. „He FC Union, olé, olé FC Union!“ Am Ende kommt auch noch Trimmi rein, bereits in Minute 87 erklingt unser Mantra. 4 Minuten Nachspielzeit – na und? Unsere Mannschaft zeigt, dass sie hier nichts mehr anbrennen lässt. Gestern im Stadion fieberte ich schon noch ein bisschen, aber dann reiße auch ich die Arme hoch. Ja verdammt, wir haben 47 Punkte, bleiben auf Kurs – und haben nächste Woche nun selbst eine englische Woche vor der Brust. Frohe Ostern – Eisern Union!


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