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Bildquelle: Union Berlin Debakel gegen Bremen [], (Bild bearbeitet)
Heute Nacht in meinem Traum verlief ich mich. Ich wollte von Zuhause zur Schule meiner Tochter laufen, doch schon bald wusste ich nicht einmal mehr, in welcher Stadt ich mich befand. Ich verlor mich total, was mich direkt nach dem Erwachen sofort an unser gestriges Spiel denken ließ. Ich lag flach und musste es daher auf der Couch im Radio verfolgen.
„Wie geht es weiter mit uns?“, fragte ich mich vor dem Anpfiff Dem erkämpften Sieg gegen ein Spitzenteam war der blutarme Auftritt beim Tabellennachbarn aus Mönchengladbach gefolgt. Nun stand Union mit Werder Bremen ein weiterer Kontrahent im Abstiegskampf gegenüber, obendrein eines der bislang schwächsten Auswärts-Teams der Liga. Was das bedeutet, wissen wir seit vielen Jahren: Höchste Alarmstufe, größte Gefahr!
Überließen uns die Bremer den Ball, um damit unsere Schwäche zu „stärken“? Würden wir sie mit Standards knacken? Laut schallte unsere Hymne über den Rasen, der recht braun daherkam, wie mir der Radio-Kommentator verriet. Bremen bringt den Ball vom Anstoßpunkt aus nach vorn – und holt nach 50 Sekunden die erste Ecke heraus, die wir per Kopf klären. Der Nachschuss aus Reihe 2 geht deutlich über unseren Kasten.
„Schalalalalalala -Eisern Union!“, dazu ein langer Abschlag von Freddy. Union stürmt, Ansah im Zweikampf, holt einen Einwurf. Der geht in den Sechzehner, doch Bremens Keeper ließ uns nicht zur Chance kommen. Fehlpass Bremen, Fehlpass Union – sie bleiben dran, bis zum Offensivfoul gegen Köhn. Leo versucht einen Fallrückzieher, leider geht sein Schuss 7-8 Meter am Bremer Tor vorbei.
Hauptsächlich tasten sich beide im Mittelfeld ab. Dann ein guter Angriff der Unseren, aber Rani traf den Ball nicht richtig, sodass der Keeper fangen kann. Bremen möchte einen Freistoß, der womöglich berechtigt gewesen wäre. Unser Aufbau: lange Bälle in die Spitze – und plötzlich Elfmeter für uns! Der Kommentator sieht den Kontakt vor dem Strafraum – und was sagt der VAR?
Offenbar nichts. Der Strafstoß findet statt. Köhn verlädt den Keeper, haut ihn links unten ins Eck – für führen in Minute 18! Noch immer halb am Jubeln – gibt’s prompt die Rote für András Schäfer. „Vertretbare Entscheidung“, sagt der Kommentator und ich schreie: „Was soll das jetzt, Fußballgott!?“ 70 Minuten in Unterzahl, ein dickes Brett.
„Auf geht’s Union, Kämpfen und Siegen!“, lautet die Antwort von den Rängen. Ballverslust und Schuss auf unser Tor, Freddy rettet zum Einwurf! Anschließend pflückt er den Flankenball aus der Luft, weiter Abschlag. Gefährliche Situation nach Bremer Missverständnis, doch schon wieder sind sie da: Aus 7-8 Metern deutlich über unser Tor, was soll das hier noch werden? „Eisern!“ „Union!“
Köhn in den Sechzehner – zwei Eiserne verpassen den Ball, schade! DAS wäre die allerbeste Antwort aufm Platz gewesen. Wieder drücken sie uns hinten rein. Wir klären immer nur kurz. Sie singen das Schließerlied, als wäre erst mal alles in trockenen Tüchern. Das wäre ja toll, doch ich glaube nicht dran. Freddy hat Zeit, die Bremer Spieler und der Schiri finden das nicht.
Und es ist passiert, Bremen gleicht nach einem Eckball aus 16 Metern aus! Der erste Saisontreffer des Schützen, da passt ja mal wieder alles gegen uns. „Wir sind Unioner, wir sind die Kranken!“ Rani will durchstecken, klappt aber nicht, und schon greifen die Bremer wieder an. Sie wirken erlöst: „Wir können das hier!“ Ilic kommt vorn zu Fall, aber der Schiri sagt: „Nichts wars!“, wie zuvor bei einem Bremer.
Nsoki klärt zur nächsten Werder-Ecke. Jede Menge lauernde Bremer – und schon wieder schlägt es ein, die Gäste führen, zweimal nach Standard, was eigentlich unser Ding ist. Gelb für einen Werder-Stürmer, bald darauf holt Leo einen Freistoß raus. Der eben verwarnte Bremer Stürmer war der Übeltäter … Köhn bringt Ball deutlich übers Bremer Tor, „Union, Union, Union!“
Unsere spielen in die Spitze, Ecke! Haberer machts, der Keeper fliegt am Ball vorbei, ein Bremer rettet zum Einwurf. Unsere lauern im Sechzehner, nächster Freistoß Union. Köhn führt aus, sein Ball wird umgehend geklärt. Bislang kommen unsere Standards verdammt schwach daher. Einwurf auf Höhe der Eckfahne, wer macht es? Nsoki, doch Bremen klärt, Kopfball aufs Tordach. Bremen spielt viele Pässe und schießt aus 16 Metern knapp vorbei.
Unsere im Angriff, Neuaufbau, dann Flankenschuss weit vorbei am Tor. Plus 5, würde der Bremer Stürmer nochmal foulen, und wir haben 10 zu 10 Spieler? Viele Bremer Anspielstationen, alle Feldspieler in unserer Hälfte. „Union, Union, Union!“ Leo gegen drei, Unsere bleiben am Ball, Bremen verteidigt mit vereinten Kräften. Nochmal Freistoß für uns: 19 Meter, zentrale Position. Köhn oder Querfeld: „Auf geht’s, Unioner schießt ein Tor!“ Aber nein, Köhn übers Tor, Mist-verdammter! Mit Rückstand und in Unterzahl geht’s in die Pause.
Halbzeit 2: Langer Ball in die Spitze, leider ohne Gefahr. Bremen wechselte doppelt, unsere gesamte Bank macht sich warm. Von den Rängen erklingt unser Bundesliga-Song, sehr gute Wahl! Aufm Platz hingegen spricht nahezu alles für Bremen. Schon greifen sie wieder an, der Ball knallt an den Pfosten. Dann ein Schuss aus 20 Metern knapp über unseren Kasten. András fehlt, wie reagiert Baumi – und wann?
Bremen auf rechts, Abschluss, weiter gehts. Rani mit Fast-Gelb, da sei „viel Frust“ dabei gewesen. Freddy weit draußen, schlägt den Ball nach vorn, das hätte schiefgehen können. „Wo du auch spielst, ja wir folgen Dir / Und ist der Sieg auch noch so fern – so fern!“ 62. Minute, Jeong kommt für Kemlein. Unser Ballbesitz geht von 24 auf 26 % hoch und Werder stürmt. „F-C-U-Fußballclub Union Berlin-F…!“ Nach vorn wippen gegen den Frust.
Schon bejubelt der Kommentator das 1:3 in Minute 67. Wir rennen uns fest, und Werder lässt den Ball gut laufen, Leo holt sich Gelb für taktisches Foul. Mir ist, als kommen die Wände unaufhaltsam auf mich zu. Wir kommen nicht in die Zweikämpfe, Flügelspiel findet nicht mehr statt. Der Gegner hat uns voll im Griff und spielt nach langer Dürre befreit auf, 2.400 Bremer im Gästeblock feiern.
Es ist eine Qual, hier zuzuhören, was für ein gebrauchter Tag. Umschaltmoment? Fehlanzeige! Unsere zeigen kein Pressing, kreieren keine klare Torchance, unternehmen keinen Versuch, in einen Zweikampf zu kommen. Wann ist dieses vermaledeite Spiel endlich vorbei? Schuss über unser Tor. Die Bremer wollen die vierte Bude, unsere Mannschaft offenbar, genau wie ich, bloß noch den Abpfiff.
Freistoß Union aus 23 Metern, Köhn tritt ihn in Richtung zweiter Pfosten, nix wars. Starke Standards gibts hier nur von Werder. Mir ist flau im Magen, ich will nicht mehr. Doekhi nach Zusammenprall am Boden. Doppelwechsel Union, ist das nicht ein bisschen zu spät? Langer Ball nach vorn, Abschluss – abgeblockt, genau wie der Nachschuss.
War es die Rote Karte? Ist es der komplette Knockout, ist unsere Mannschaft komplett am Boden? Leo sitzt aufm Rasen, schüttelt den Kopf, ist er verletzt? Keiner scheint ihm beistehen zu wollen. Plus vier, Bremen spielt mit uns Katz und Maus. Der nächste Bremer feiert sein erstes Bundesliga-Tor! Was für ein Befreiungsschlag für Werder, welch ein Debakel für uns, endlich Abpfiff. Und was jetzt?
„War das Selbstaufgabe?“, frage ich Freund Christoph. „Soweit würde ich nicht gehen“, lässt er mich aus Sektor 1 wissen. „Die Umstände und die lange Unterzahl sprachen heute einfach gegen uns. Allerdings gab es auch keine Idee oder Lösung, auf diese Widrigkeiten zu reagieren. Das Problem ist nicht das heutige Spiel, sondern die lange Schwächeperiode, über die einige Sternstunden viel zu sehr hinwegtäuschen.“
Bei uns an der Mittellinie in Sektor 3 regierte der Frust, und sicher nicht nur hier gingen viele direkt mit dem Abpfiff. „Wir werden in Bremen in der Stadt immer gut betreut, doch so muss man es ihnen nicht danken“, beweist mein Blocknachbar Torsten immerhin Eisernen Galgenhumor. Die Verabschiedung der Mannschaft enthielt, mehrfach wiederholt, die klare wie verdammt schwer umzusetzende Hausaufgabe: „Aufwachen, Aufwachen, Aufwachen!“
Wer: Janik Haberer (32)
Wann:03.04.2026