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Frank Nussbücker: Drei Punkte gegen Hertha BSC & Sieg im vierten Wettbewerb

Union Berlin mit Heimsieg gegen Hertha BSC

Bildquelle: Harleypaul on Tour [], (Bild bearbeitet)

Das Derby ausgerechnet zum 1. Spieltag! Nicht nur unser Präsi fand das bestenfalls suboptimal, wie das heute heißt. Erstens sind wir bekannt dafür, dass wir gerade das erste Pflichtspiel gern mal herschenken und zweitens bin ich gerade auf Hiddensee. Anders als Inselmaler Torsten Schlüter, der wie nahezu alle Hiddensee-Unioner nach Hause ins Wohnzimmer fuhr, blieb ich hier. Hiddensee ist für mich, wenn überhaupt, nur einmal im Jahr, und unser Urlaub auf der Insel, auf der die Uhren allesamt langsamer gehen, kam keinen Tag zu früh.

Würde ich also die Ostsee anbrüllen, während Stadionbauer Späti-Hannes mit meiner Dauerkarte daheim an der Mittellinie alles gab. Das war sicher nötig, schließlich befindet sich Stadtrivale Hertha BSC zumindest für mich im Aufwind mit einem neuen Präsidenten, der den Fußball im Allgemeinen und seinen Verein im Besonderen so liebt, wie sich das gehört. Der Aufwind war auf alle Fälle in Herthas Fanszene zu spüren, und als sangeskräftig sollte sich diese auch an diesem ersten Spieltag der Saison 2022/23 erweisen.

Volle Pulle Union

Auch, dass Ur-Herthaner Kevin-Prince Boateng noch eine Saison drangehängt hatte, sprach dafür, dass es uns die Alte Dame nicht unbedingt leicht machen würde. Also los, ab ins Stadion – und für mich: runter zur Ostsee, Meer anbrüllen! Wie immer an solchen Tagen machte ich im Geist das volle Programm mit: Rechtzeitig an Bord der Vitoria anheuern, wo U-1966-Maat Tilo heute in echt als Maat arbeitete, weil der 2. Käpten wegen Corinna passen musste. Kaum am Meckidorf angelegt, schnell ins Wohnzimmer, ab zum Barkas und hoch in den Block!

Ich hörte Späti-Hannes und die etwa 22.000 Eisernen im Wohnzimmer bis an den Strand. Gästeblock wie Waldseite zeigten Choreos, und unsere Mannschaft legte los wie die Feuerwehr im 4. Wettbewerb dieser Saison! Wo das gegnerische Tor steht, wussten Urs‘ Jungs von der ersten Sekunde an. Haberer auf Khedira – wie knapp kann so ein verdammter Ball danebengehen!? Ein paar Minuten waren von der Uhr, da verbuchte die Statistik 4:0 Torschüsse für uns, aber eben noch keinen Treffer! Und was das heißen kann, weiß jeder von uns zur Genüge …

Solidarität schießt Tore

In Minute 27 zwingt Ryerson den gegnerischen Keeper zur Parade. Kurz darauf Handspiel eines Herthaners, aber mit angelegtem Arm – ein Hoch auf unsere Mannschaft, denn niemand verlangte hier nach einem Strafstoß, Bravo! Und gleich noch eins drauf, denn 2 Minuten später zeigten sie den nächsten Vorstoß: Haberer auf Flügelflitzer Sheraldo Becker, der seinen neuen Sturmpartner bedient. Jordi für seinen Teil haute das Ding per Kopf kaltschnäuzig und hochgradig verdient über des Gegners Torlinie!

 

 

Das Stadion explodierte, und auch um mich herum wussten nun alle, dass es daheim in Köpenick soeben „Tor – für den 1. FC Union Berlin!“ hieß. Später in der Sportschau würde der Kommentator sich begeistert davon zeigen, wie im Hause Union selbst schwerste Abgänge ersetzt werden und auch die vielleicht wichtigste Grundlage unseres derzeitigen Erfolgs nennen: Solidarität! Die war auch nun weiter gefragt, denn „eene niedrige Führung für Union iss jefährlich!“, weiß nicht nur Blocknachbar Jo!

Und die nächsten folgen sogleich …

Obendrein kassierte Abwehrrecke Robin Knoche wenig später seine erste Gelbe der Saison. Der nachfolgende Freistoß bedeutete Herthas ersten Schuss auf unser Tor, aber das hütet zum Glück ein bestens aufgelegter Frederik Riis Rønnow! Dann wieder Unsere: Jordi auf Ryerson – schade, der Keeper war noch dran! So blieb es nach zig zu eins Torschüssen dieser 1. Halbzeit bei der „niedrigen Führung für Union“. Würde Hertha derart harmlos bleiben? Ich hatte nichts dagegen!

Pünktlich zu Wiederanpfiff zeigten beide Fanlager Pyro in den jeweiligen Nationalfarben – und unsere Mannschaft war aufn Punkt wieder hellwach! Schließlich war es am unermüdlichen Sheraldo Becker, sich über die Mitte durch des Gegners Strafraum zu tanken und des Gegners Tormaschen zum tanzen und seine Mannschaftskollegen wie sämtliche Eiserne auf den Rängen zur kollektiven Brüllorgie zu bringen. Schließlich zeigte Trimmi, dass er nach wie vor Tore vorbereiten und Abwehrrecke Robin Knoche, dass er selbige hervorragend verwerten kann.

 

 

Drei Punkte – und noch mehr Jutet!

Dem konnte sich auch der Kölner Keller nicht entziehen, welcher den Schiri glücklicherweise davon überzeugte, unseren Treffer als solchen zu zählen. Die Charlottenburger zeigten irgendwann ihren 2. Abschluss, den unser Keeper wie den ersten auf sein Gehäuse gerichteten Ball parierte. Die Statistik vermeldete da 16:2 Torschüsse. Dass das Ganze nicht ganz zum Trainingsspiel mutierte, dafür sorgte ein Ballverlust, welcher zum Ehrentreffer der Hertha – Marke Gastgeschenk – und kurz vor Abpfiff zur Belagerung unseres Torraums führte. „Verblüffend war nicht nur der Sieg, sondern Unions Dominanz“, resümierte Freund Christoph, „und zwar in allen Bereichen: spielerisch, taktisch und kämpferisch.“

Am Ende tanzte unsere Mannschaft aufm Heiligen Rasen Pogo, begleitet von Eisernen Gesängen. Ich war mittlerweile wieder auf Hiddensee gelandet, genauer gesagt im Biergarten des gastlichen Lokals am Vitter Seglerhafen Lange-Ort. Wirt Andreas war so freundlich gewesen, mich das Ende des Spiels auf seinem Handy kieken zu lassen. Er ermöglichte mir auch, diese Zeilen via Internet in die Redaktion zu senden – herzlichen Dank, lieber Andreas! Danke auch an Hannes und alle anderen Eisernen, die dafür sorgten, dass wir unsere Führung im vierten Wettbewerb auf 21:12 ausbauten und – um vieles Wichtiger – die ersten 3 Punkte für die Erfüllung unserer großen Mission klarmachten. Eisern heißt dit!


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