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Harry Waibel stellt noch heute Großteil der Union-Fans in die rechte Ecke

Aufsehen nach Waibel-Artikel zu Union Berlin

Bildquelle: Waibel Harry [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Vor sechs Tagen erschien ein Artikel von Harry Waibel, der sich als Historiker mit den Themenschwerpunkten Antisemitismus, Rechtsextremismus und Neonazismus beschäftigt. Der gute Mann schreibt beispielsweise für die „Zeit“, „Berliner Zeitung“ und anderen Medien, wo er regelmäßig journalistische Werke rund um die genannten Themen veröffentlicht.

So auch am 18. November, als er für „Jungle.World“ einen Artikel verfasste, der folgenden Titel innehat: „Immer wieder Eisern Union“! In jenem Werk durchleuchtet Waibel bestimmte Antisemitismusvorfälle, die mit dem 1. FC Union Berlin in Verbindung gebracht wurden.

Harry Waibel bringt rassistische Vorfallen rund um Maccabi ins Spiel

Hier könnt Ihr den Artikel zunächst nachlesen, um Euch ein Bild dessen zu machen, was der Herr von sich gibt. Natürlich ist es richtig, wenn man sich klar gegen Rechts positioniert. Das soll hier auch gar nicht in Abrede gestellt werden. Der Kampf gegen Rechtsextremismus ist richtig und wichtig zugleich. Die Frage ist nur: was möchte uns Herr Waibel sagen?

Liest man sich den Aufhänger des Artikels genau durch, so wird man sofort auf die hässlichen Ereignisse gegen Maccabi Haifa gestupst. Die rassistischen und antisemitischen Vorfälle im Spiel der UEFA Europa Conference League, als ein paar vermeintliche Union-Fans unsere israelischen Gäste beschimpften und gar eine Israel-Flagge anzünden wollten, sind in keiner Weise zu entschuldigen.

Kein Wort der Solidarisierung!

Dass allerdings auch einige Unioner sich mit den Gästen solidarisiert haben, wird zu keinem Zeitpunkt erwähnt. Für Harry Waibel ist der Vorfall bzw. Vorfälle Grund genug, um auf die Vergangenheit der „Hooligan-Szene“ hinzuweisen, die teils weit vor dem Mauerfall wohl regelmäßig mit antisemitischen Parolen und Angriffen auf sich aufmerksam machte.

Gleichzeitig wird jedoch eine komplette Szene gleichgestellt, ohne in irgendeiner Weise zu differenzieren. Ebenso wird nicht darauf hingewiesen, dass in zahlreichen ehemaligen Ostklubs, mit diesem Problem nicht alleine waren. Ein Vergleich mit den damaligen Westklubs und deren Hooligan-Szene fehlt ebenso. Es wird einzig und allein auf die damalige und auch heutige Anhängerschaft des 1. FC Union Berlin eingekloppt.

Zusammenhanglose Ereignisse zieren Waibels Artikel

Die Ereignisse im Spiel gegen Maccabi Haifa wurden von Verein und von der UEFA aufgearbeitet. Inwieweit Opfer mit der Aufarbeitung zufrieden sind, ist an dieser Stelle nicht zu beantworten. Warum Harry Waibel allerdings die Vorfälle vom 30. September jetzt als Anlass nimmt, um darauf aufmerksam zu machen, ist uns ein Rätsel.

Schaut man sich den Artikel genauer an, so lassen sich zahlreiche zusammenhanglose Ereignisse wiederfinden, die Erwähnung finden. Die genaue Absicht dahinter, lässt sich auch nicht erkennen. Harry Waibel sagt dem 1. FC Union Berlin nach, dass man ein massives Problem mit Rechten habe. Unfassbar, denn hätte er sich mit der Fanszene auseinandergesetzt, hätte er auch zahlreiche Beispiele gefunden, die Gegenteiliges beweisen würden.

Union-Fans weiter viertklassig!

Eine Aussage lässt uns indes wütend werden: „Auf dem Platz spielt der 1. FC Union Berlin mittlerweile erstklassig, aber auf den Rängen geht es immer noch höchstens viertklassig zu“. Wie kommt der Herr Journalist zu solch einer Aussage? Vor allem wenn man bedenkt, dass sich Unioner solidarisieren, so wie eben bei den Ereignissen gegen Maccabi Haifa!

Ungläubig dürfte Harry Waibel wohl reagieren, wenn er wüsste, dass Initiativen wie „Schöner Eisern ohne Nazis“ aktiv sind, auch wenn sie sich im Stadion leider nicht mehr so häufig zu erkennen geben. Dennoch gibt es sie – Menschen, die sich gegen Rechts einsetzen und die Werte des Vereins vertreten! Das scheint dem Weltklasse-Journalisten Harry Waibel nicht bewusst zu sein!

Welches Ziel verfolgt Waibel?

Lieber popelt dieser Herr uralte Kamellen hervor, die teils über 40 Jahre hinter uns liegen. Aneinanderreihungen von zusammenhangslosen Ereignissen zieren diesen dahin geschmierten Artikel, der aus unserer Sicht einzig das Ziel verfolgt, den Verein und seine Anhängerschaft zu diskreditieren. Dass es aber auch eine andere Seite im Klub gibt, die sich zum Glück deutlich der rechten Szene abhebt, wird an keiner Stelle erwähnt.

Bleibt also tatsächlich die Frage, welches Ziel Harry Waibel verfolgt? Interessant ist auch, dass eben jener Schmierfink, sorry, aber anders lässt es unsere persönliche Meinung nicht zu, als ihn so zu bezeichnen, eine von der Stasi vorgegebenen Einstufung bestimmter Personengruppen als Beweis für sein eigenes Empfinden verwendet wird. Objektivität sieht in unseren Augen anders aus.

Rechtsextremismus ein Problem in ganz Europa

Sich hinzustellen, zu meinen, dass Union Berlin damals, wie heute ein Problem mit Rechtsextremismus und Antisemitismus habe, ist der falsche Weg. Natürlich gab es früher Probleme mit solchen Individuen, allerdings ist dies nicht allein auf einen Verein zurückzuführen, sondern diese Probleme hatten Klubs aus der gesamten DDR, der BRD und in Europa. Selbst in den ausländischen Ligen muss man sich diesen Problemen stellen.

Man schaue nur nach Italien, wo die Ultra-Gruppierung „Brigate Autonome Livornese“ des AC Livorno sich ganz klar als Antifaschisten zu erkennen geben. Bei Chievo Verona macht die Gruppe „Curva Sud“ immer wieder mit rechten Parolen und Aktionen auf sich aufmerksam. Man sollte etwas über den Tellerrand hinausschauen, um zu erkennen, welchen Bockmist Herr Waibel in seinem Artikel zusammengeschrieben hat.

Waibel macht aus dem Fall Diogo einen Nazi-Mord

Wir wollen gar nicht irgendwelche rechten Vorfälle in unseren Reihen verharmlosen. Diese gehören aufgeklärt. Die Täter müssen auch zukünftig identifiziert und zur Rechenschaft gezogen werden. Fakt ist aber auch, dass man nicht einen ganzen Verein mit seinen Anhängern und Sympathisanten in eine Ecke stellen kann, wie es Harry Waibel in seinem Artikel bravourös macht.

Eben jener Harry Waibel, der als Historiker und Publizist, hatte in der jüngsten Vergangenheit den Fall Manuel Diogo mit seinen kruden Thesen wieder ins Gespräch gebracht. Der damalige DDR-Vertragsarbeiter aus Mosambik starb im Jahr 1986. Wie die damalige DDR-Polizei ermittelte, starb der Gastarbeiter durch einen Unfall.

Krude Vorgehensweisen Waibels im Zusammenhang mit Diogo

2014 erschien eine Autobiografie von Ibraimo Alberto, der darin berichtete, dass Manuel Diogo „von einer Bande Neonazis zusammengeschlagen, an Händen und Füßen gefesselt und mit dem Kopf nach unten aus dem Zug gehalten worden, bis er starb.

Grund genug für Harry Waibel Akten der damaligen Zeit zu durchforsten und zu behaupten, dass dies der Wahrheit entspräche. Im Umkehrschluss war er den Behörden der damaligen DDR Vertuschung vor. Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat den Fall über 8 Monate geprüft und dabei festgestellt, dass der Tod von Diogo ein Unfall war.

Waibel erfindet Nazi-Geschichte

Warum dieser Ausflug in die Vergangenheit und zu einem Thema, das vordergründig mit dem 1. FC Union Berlin zu tun hat? Ganz einfach, denn der MDR nahm die These Waibels ernst und stellte eine Dokumentation zu Diogo her. Der Neonazi-Überfall fand nie statt, wurde aber von Harry Waibel insinuiert, weil der Historiker einem Gespenst nachrannte.

Hätte die Staatsanwaltschaft Potsdam nicht selbst ermittelt, so würde diese frei erfundene Geschichte des Herrn Waibel heute noch bestehen. Man stelle sich vor, Harry Waibel würde auch aus zurückliegenden Vorfällen eine Geschichte spinnen, die sich anders zugetragen hat, welches Licht würde es auf den Verein werfen? Das kann jeder für sich selbst beantworten.

Unseriöses Vorgehen von Waibel

Sein Kampf gegen Rechts in allen Ehren! Seine Vorgehensweise darf hier und da gerne als fragwürdig eingestuft werden. Das Stigmatisieren ganzer Fangruppen eines einzelnen Vereins ist eine Sache, die gar nicht geht. Schlichtweg unseriös, dilettantisch und ohne jegliche Ernsthaftigkeit.

Wir wollten uns in diesem Artikel einfach nur Luft machen, da uns die Art und Weise, wie Harry Waibel in seinem Artikel den Verein und seine Fanszene hinstellt, nicht passt. Es ist eine persönliche Meinung, die nicht komplett objektiv sein kann. Dies sollte nicht unerwähnt bleiben.

Schlag ins Gesicht für viele FCU-Initiativen

Zum Schluss sei gesagt, dass wir uns nur wiederholen können: rechte Gewalt, Rassismus und Antisemitismus haben nichts bei uns zu suchen. Weder im Block noch in der Gesellschaft oder im Bekannten- und Freundeskreis. Es ist wichtig, sich klar und deutlich zu positionieren. Da spielen die Farben des Vereins keine Rolle. Es gehört zum gesunden Menschenverstand, hierbei ein Zeichen zu setzen.

Ebenso wollen wir auch keine Ausgrenzung von Menschen mit Handicaps, frauenfeindliche Vorfälle und was weiß der Geier, wie man Menschen in Misskredit bringen kann. Dafür arbeiten die verschiedenen Initiativen wie beispielsweise „Eisern trotz(t) Handicap" zu hart. Das lassen wir uns nicht von solch einem Schmierfinken mit Füßen treten! In diesem Sinne: Eisern!


Saison 2021/2022

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